Wadephul reist zu Westbalkan-Treffen nach Montenegro
30.09.2026 17:30
Europawoche: Nach Besuchen in Den Haag, Bratislava und Straßburg
reist der deutsche Außenminister nach Podgorica und Rom. Johann
Wadephul will Tempo machen beim EU-Beitrittsprozess.
Berlin/Podgorica (dpa) - Außenminister Johann Wadephul nimmt an
diesem Donnerstag in Montenegro an einem Außenministertreffen zur
geplanten EU-Erweiterung auf dem westlichen Balkan teil. In der
Hauptstadt Podgorica treffen sich die Politiker im seit 2014
laufenden «Berlin Prozess». Dabei setzen sich die Teilnehmer unter
anderem dafür ein, die regionale Zusammenarbeit mit den sechs Ländern
zu fördern. Wadephul, sein montenegrinischer Kollege Ervin
Ibrahimovic und EU-Erweiterungskommissarin Marta Kos wollen
anschließend über die Ergebnisse informieren.
Zu den EU-Kandidatenländern auf dem Westbalkan zählen Montenegro,
Albanien, Serbien, Bosnien-Herzegowina und Nordmazedonien. Das Kosovo
ist potenzieller Beitrittskandidat. Alle sechs Länder streben den
EU-Beitritt an, befinden sich dabei aber in unterschiedlichen Phasen.
Mit Montenegro und Serbien führt die EU seit 2012 beziehungsweise
2014 Beitrittsverhandlungen. Mit Albanien und Nordmazedonien wurde
der Verhandlungsprozess 2022 gestartet. Bosnien-Herzegowina hat den
Status eines Beitrittskandidaten, ist aber noch nicht in
Verhandlungen.
Am weitesten im EU-Aufnahmeprozess ist nach der jüngsten Analyse der
EU-Kommission Montenegro. Dem Land wurde zuletzt bescheinigt, die
Beitrittsverhandlungen bis Ende 2026 abschließen zu können, wenn es
das Reformtempo beibehält.
Am späten Nachmittag will sich Wadephul in Rom mit seinem Kollegen
Antonio Tajani treffen. Beide Minister wollen aus Anlass des
75-jährigen Bestehens der deutsch-italienischen diplomatischen
Beziehungen einen Baum pflanzen. Anschließend ist geplant, dass
Wadephul und Tajani in der italienischen Hauptstadt an den Feiern zum
Tag der Deutschen Einheit teilnehmen.
