EZB-Präsidentin Lagarde: Könnte paar Monate früher abtreten
30.09.2026 19:42
Seit Monaten gibt es Spekulationen, nun wird Lagarde konkreter. Sie
erwägt einen vorzeitigen Rücktritt als EZB-Präsidentin. Eine
Kandidatur bei der französischen Präsidentschaftswahl schließt sie
aus.
Frankfurt/Main (dpa) - EZB-Präsidentin Christine Lagarde hat einen
vorzeitigen Abgang von ihrem Posten ins Spiel gebracht. «Ich schließe
nicht die Möglichkeit aus, ein paar Monate vor Ablauf meiner Amtszeit
zurückzutreten, aber ich habe noch nichts Konkretes angekündigt, und
eines ist sicher: 2027 werde ich noch hier sein», sagte Lagarde der
französischen Zeitung La Croix. «Sollte ich also vorzeitig
zurücktreten, wird es sich nur um ein paar Monate handeln. Das wird
die Welt nicht auf den Kopf stellen», sagte die Französin, deren
achtjährige Amtszeit regulär bis Oktober 2027 geht.
Eine Kandidatur bei den Präsidentschaftswahlen in Frankreich im April
2027 schloss Lagarde aus. «Das wäre überhaupt keine gute Idee», sag
te
sie danach gefragt. Das sei kein vergleichbarer Job. «Da geht es zum
einen um Vitalität, Energie und Kraft. Zum anderen bringt ein solches
Engagement zwangsläufig gewisse Opfer mit sich. Und ich bin 70 Jahre
alt.»
Auf die Frage, ob sie an Debatten im Vorfeld der französischen
Präsidentschaftswahlen 2027 teilnehmen wolle, sagte Lagarde vage:
«Meine Aufgabe besteht nun darin, dem europäischen öffentlichen
Interesse zu dienen.»
Seit Monaten Spekulationen um Lagardes Zukunft
Seit Monaten halten sich Spekulationen, dass Lagarde die Europäische
Zentralbank (EZB) vorzeitig verlassen könnte. Sie wurde mit dem
Weltwirtschaftsforum in Davos in Verbindung gebracht. Auch gab es
Berichte, Lagarde wolle vor der Präsidentschaftswahl in Frankreich im
Frühjahr abtreten. Hintergrund sind Sorgen, dass Rechtspopulisten die
Wahlen gewinnen könnten, was die Neubesetzung der EZB-Spitze
erschweren könnte.
Lagarde hatte bereits bekräftigt, dass sie nicht vor 2027 gehen
werde. «Wenn sich am Horizont Wolken abzeichnen, bleibt der Kapitän
auf dem Schiff. Und es sind Wolken am Horizont zu sehen», hatte die
Französin im Juli gesagt. Zuvor hatte Lagarde einen vorzeitigen
Rücktritt von ihrem Amt mit Verweis auf die Präsidentschaftswahlen in
Frankreich nicht ausgeschlossen.
