Erwogener US-Diesel-Exportstopp stößt in EU auf Ablehnung
02.10.2026 15:36
Die USA sprechen wegen steigender Preise vor allem für Diesel über
Maßnahmen, die Europa aufhorchen lassen. Aus der EU-Kommission in
Brüssel gibt es klare Worte.
Brüssel (dpa) - In der EU wird ein von der US-Regierung unter Donald
Trump erwogener Diesel-Exportstopp klar abgelehnt. «Ein Verbot wäre
für niemanden von Vorteil», sagte eine Sprecherin der EU-Kommission
in Brüssel. «Es würde unser Vertrauen in die Vereinigten Staaten als
verlässlichen Partner untergraben.» Die Europäische Union sei bereit
für gemeinsames Handeln im Rahmen der Internationalen Energieagentur
(IEA). Es sei Aufgabe der Agentur, eine mögliche Freigabe von
Reserven zu organisieren.
Zuletzt hatte Trump angekündigt, einen Exportstopp für Diesel zu
prüfen, der auch die europäischen Länder betreffen würde. Die USA
produzierten viel Diesel und eine Unterbrechung der Ausfuhren könnte
auch einen kleinen Effekt auf die Spritpreise im Land haben, so
Trump. Die Folgen eines solchen Schritts könnten dann auch in Europa
spürbar sein: Nach dem Nahen Osten waren die Vereinigten Staaten in
den vergangenen Jahren Europas wichtigster Lieferant von Diesel.
US-Finanzminister Scott Bessent schrieb am Donnerstag auf der
Plattform X, Europa solle «zusätzliche Liefermengen unverzüglich
bereitstellen». «Amerika leistet seinen Beitrag. Wir erwarten von
unseren Verbündeten, dass sie ihren Verpflichtungen Taten folgen
lassen.»
Treffen der Expertengruppe
Am Freitagmorgen kamen Vertreter der Kommission und der
Mitgliedstaaten im Rahmen der sogenannten Energy Union Task Force
zusammen, um über die neuesten Entwicklungen hinsichtlich der
Situation auf dem Dieselmarkt und der Auswirkungen auf die Preise zu
beraten. «Die Dieselversorgung in der EU bleibt vorerst stabil, die
Preise bleiben jedoch hoch, was die angespannte Lage auf den globalen
Märkten widerspiegelt», hieß es nach dem Treffen. Die Kommission und
die Task Force werden die Situation in der EU weiterhin sehr genau
beobachten und die erforderlichen Maßnahmen koordinieren. Von einem
Sprecher der irischen Ratspräsidentschaft hieß es, dass Vertreter der
EU-Staaten zusammenkommen, um zur globalen Energiesituation zu
sprechen.
Macron sprach mit Trump
Angesichts der weltweit steigenden Spritpreise sprach Frankreichs
Präsident Emmanuel Macron in der Nacht mit US-Präsident Donald Trump.
Dabei ging es um die globale Energieversorgung und «die
Notwendigkeit, gemeinsam gegen den Anstieg der Kraftstoffpreise
vorzugehen und die weltweite Verfügbarkeit von Raffinerieprodukten
sicherzustellen», wie es aus dem Élysée-Palast in Paris hieß. Macro
n
betonte den Angaben nach dabei, dass die G7-Staaten ein gemeinsames
Interesse daran hätten, koordiniert vorzugehen, ohne Beschränkungen
der Exporte.
Frankreich hat in diesem Jahr den Vorsitz der G7 inne. Nach Angaben
aus dem Élysée arbeitet das Land auch mit der IEA zusammen. Die
Staats- und Regierungschefs der G7-Länder unter Vorsitz des
französischen Präsidenten Emmanuel Macron wollten am Nachmittag in
einer Videoschalte zur weltweiten Energiesituation sprechen, wie es
aus dem Élysée-Palast in Paris hieß.
