Etwas mehr Asylanträge - Langfristiger Abwärtstrend bleibt
03.10.2026 04:30
Dobrindt sieht im Rückgang der Asylzahlen einen Erfolg nationaler und
europäischer Maßnahmen. Im September stellten 40 Prozent weniger
Menschen als im Vorjahresmonat erstmals einen Asylantrag.
Berlin (dpa) - In Deutschland haben im September mehr Menschen
erstmals einen Asylantrag gestellt als im Vormonat. Am langfristigen
Rückgang der Zahl der Asylsuchenden ändert das aber nichts. Wie eine
Sprecherin des Bundesinnenministeriums auf Anfrage mitteilte, nahm
das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) im vergangenen
Monat 5.276 Asylerstanträge entgegen. Das sind 40 Prozent weniger als
im September vergangenen Jahres und 70 Prozent weniger als im
September 2024.
Dobrindt verweist auf deutsche und europäische Maßnahmen
«Der deutliche Rückgang der Asylzahlen zeigt: Unsere Maßnahmen auf
nationaler und europäischer Ebene wirken», sagte Bundesinnenminister
Alexander Dobrindt (CSU). Die Europäische Union setze den Kurs «zur
Wendung des Asylsystems» weiter fort. Dazu gehöre ein
Krisenreaktionsmechanismus, der die EU-Außengrenzen vor «gesteuerten
Massenanstürmen» schütze, mit einer «schnellen Eingreiftruppe» de
r
EU-Grenzschutzagentur Frontex und Schnellverfahren an den Grenzen.
Nach rund 5.550 Asylerstanträgen im Mai war die Zahl der neuen
Asylanträge noch weiter gesunken, im Juli und August waren es jeweils
weniger als 4.000 Anträge. Dass in den vergangenen Monaten etliche
Menschen, die bereits länger in Deutschland leben, einen Folgeantrag
beim Bamf gestellt haben, hängt mit einem Urteil des Europäischen
Gerichtshofs vom Oktober 2024 zur Lage in Afghanistan zusammen. Darin
war festgestellt worden, dass Frauen aus dem seit 2021 wieder von den
islamistischen Taliban regierten Land grundsätzlich einen
Schutzanspruch haben.
