EU-Kommission: Ungleichheit bremst Schüler-Erfolg
05.10.2026 16:47
Warum erreichen immer weniger Schüler in den Mitgliedstaaten
Spitzenleistungen? Eine Analyse der EU-Kommission zeigt deutliche
Unterschiede je nach sozioökonomischem Hintergrund.
Brüssel (dpa) - Kinder aus sozial benachteiligten Familien schneiden
in der EU bei ihren schulischen Leistungen eher schlecht ab. Das hält
die EU-Kommission in einer nun veröffentlichten Analyse der jüngsten
Pisa-Ergebnisse fest. Unterprivilegierte Schülerinnen und Schüler
erzielten demnach in naturwissenschaftlichen Fächern viermal eher
unterdurchschnittliche Ergebnisse als privilegierte Schüler.
Gleichzeitig gehörten privilegierte Schüler in
naturwissenschaftlichen Fächern etwa achtmal eher zu den Besten als
benachteiligte Schüler.
Der sozioökonomische Status wird anhand eines Scores gemessen, der
das Bildungsniveau der Eltern, ihren höchsten beruflichen Status und
den familiären Wohlstand gemessen an der Haushaltsausstattung
berücksichtigt. Als privilegiert gilt demnach, wer in diesem
OECD-üblichen ESCS-System (Index of economic, social and cultural
status) zum oberen Viertel gehört. Benachteiligt ist dagegen, wer zum
unteren Viertel gehört.
Weniger Top-Performer
Die Kommission warnt zudem davor, dass der Anteil besonders
leistungsstarker Schüler rückläufig sei. «Auch die Spitzenleistunge
n
nehmen ab», so die Brüsseler Behörde. 2025 habe der Anteil der
Schüler mit Spitzenleistungen bei 4,8 Prozent im Lesen, bei 6,4
Prozent in den Naturwissenschaften und bei 6,8 Prozent in Mathe
gelegen. Damit sei man von dem selbstgesteckten EU-Ziel für 2030 von
mindestens 12 Prozent in jedem Fach weit entfernt.
Anfang September hatten die Ergebnisse der Bildungsstudie Pisa 2025
viele geschockt. In Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften wurden
bei den in Deutschland getesteten 15-Jährigen «die niedrigsten
Kompetenzwerte seit Beginn der Pisa-Erhebungen erzielt», hieß es
damals.
