Vor EU-China-Gesprächen: Handelskammer wirbt für Dialog

06.10.2026 02:00

Die EU dringt auf ausgeglichenere Handelsbeziehungen mit China. Vor
Gesprächen in Peking mahnt die deutsche Handelskammer, auch die
Vorteile der Zusammenarbeit im Blick zu behalten.

Peking (dpa) - Vor der China-Reise von EU-Handelskommissar Maros
Sefcovic wirbt die Deutsche Handelskammer in China für Dialog und
gezielte Maßnahmen im Handelsstreit. «Entscheidend ist, dass China in
den Dialogen neben bestehenden Herausforderungen auch als Partner
berücksichtigt wird», erklärte Oliver Oehms, geschäftsführendes
Vorstandsmitglied der Kammer in Nordchina, laut einer Mitteilung. 

Die EU solle ihre Maßnahmen auf die Probleme einzelner Branchen
zuschneiden. «Wir plädieren deshalb für EU-Initiativen, die Nutzen
und Risiken abwägen und auf gezielte, sektorspezifische Instrumente
setzen, anstatt pauschale Zölle oder allgemeine Vorgaben zu
erlassen», sagte Oehms.

Er verwies zugleich auf die Vorteile der Zusammenarbeit: Deutsche
Unternehmen entwickelten in China zunehmend Wissen, das auch den
deutschen Konzernzentralen zugutekomme und ihre Wettbewerbsfähigkeit
stärken könne. Die Wirtschaftspolitik solle diesen Austausch fördern,

wo er beiden Seiten nütze.

Viele Firmen erwarten Folgen einer Eskalation

Anlässlich der geplanten Reise veröffentlichte die Kammer vorab ein
Ergebnis ihrer diesjährigen Geschäftsklimaumfrage. Die Unternehmen
sollten einschätzen, wie stark ihr Geschäft betroffen wäre, wenn die

laufenden Handelsverhandlungen zwischen der EU und China keine
greifbaren Ergebnisse brächten und eine mit einem Handelskonflikt
vergleichbare Lage entstünde. Für diesen Fall erwarten 33 Prozent
erhebliche und 47 Prozent moderate Auswirkungen auf ihr
China-Geschäft. Insgesamt rechnen damit 80 Prozent mit Folgen. 14
Prozent erwarten keinen Einfluss.

Handelsgespräche in Peking geplant

Sefcovic wird am Donnerstag und Freitag in Peking für Gespräche mit
Chinas Handelsminister Wang Wentao erwartet. Die EU dringt auf einen
Abbau des Ungleichgewichts im Handel mit China. Sie kauft deutlich
mehr Waren aus der Volksrepublik, als sie dorthin verkauft. Peking
weist die Kritik an seinen Handelsüberschüssen und Überkapazitäten

als protektionistisch zurück.