EU-Kommissar dringt in China auf ausgeglicheneren Handel

08.10.2026 14:11

EU-Handelskommissar Sefcovic beklagt ein «nicht tragbares
Handelsdefizit». Bei Gesprächen in Peking will er Fortschritte
erreichen. China setzt auf Dialog.

Peking (dpa) - EU-Handelskommissar Maros Sefcovic hat sich zum
Auftakt seiner China-Reise für einen ausgeglicheneren Handel mit der
Volksrepublik ausgesprochen. «Erster Tag in China, mit einem Ziel:
damit beginnen, unser nicht tragbares Handelsdefizit abzubauen»,
schrieb Sefcovic auf der Plattform X.

Zunächst habe er sich mit Vertretern von Unternehmen aus der EU in
China ausgetauscht, erklärte er. Die Botschaft bei dem Treffen sei
klar gewesen: Der Zugang zum chinesischen Markt müsse verbessert und
zugleich die wirtschaftliche Sicherheit der EU gestärkt werden.

Peking wirbt für Dialog

Das chinesische Außenministerium warb für eine Lösung der
Handelsstreitigkeiten durch Gespräche. Offene Zusammenarbeit und ein
gleichberechtigter Dialog lägen im gemeinsamen Interesse beider
Seiten, sagte Sprecherin Mao Ning. 

Bei Sefcovics bis Freitag dauerndem Besuch stehen Gespräche mit
Chinas Handelsminister Wang Wentao auf dem Programm. Neben dem
Handelsungleichgewicht soll es auch um den laufenden Streit um
Hybridautos gehen. 

Nach Angaben von Diplomaten wies China bis zuletzt Forderungen
zurück, seine stark gestiegenen Exporte von Hybridautos freiwillig zu
begrenzen. Drohkulisse ist deswegen nun eine zeitlich befristete
Schutzmaßnahme, die chinesische Hybridimporte durch Einfuhrquoten und
hohe Zölle für darüber hinausgehende Lieferungen beschränken würd
e.
Sie könnte vermutlich aber nur dann eingeführt werden, wenn sie auch
für andere Handelspartner wie Japan, Südkorea und Großbritannien
gelten würde.

Deutschland und Frankreich für neues Instrument 

Für den Fall, dass China insgesamt im Handelskonflikt nicht einlenkt,
dringen vor allem Deutschland und Frankreich angesichts wachsender
Schäden für die europäische Industrie auf ein entschlosseneres
Vorgehen gegen chinesische Importe. Sie fordern unter anderem ein
neues Instrument, mit dem der Zugang zum EU-Markt für bestimmte
Produkte schnell eingeschränkt werden könnte.

Die EU führte im vergangenen Jahr Waren im Wert von rund 360
Milliarden Euro mehr aus China ein, als sie dorthin exportierte.
Brüssel wirft Peking vor, mit staatlichen Subventionen für unfairen
Wettbewerb zu sorgen. China warnt dagegen vor protektionistischen
Maßnahmen der EU.