EU-Parlament macht Weg für Verbot von Bleimunition frei

08.10.2026 16:09

Bleischrot steht in der Kritik, Vögel zu vergiften und über
Wildfleisch auch für Menschen gefährlich zu sein. Das EU-Parlament
stimmt für ein Verbot. Aber es gibt eine lange Übergangszeit.

Straßburg (dpa) - Jäger in der EU sollen künftig keine bleihaltige
Schrotmunition mehr verwenden dürfen. Das Europaparlament hat in
Straßburg den Weg für entsprechende Pläne der EU-Kommission
freigemacht. Die Abgeordneten hätten das Vorhaben stoppen können,
dafür kam jedoch keine ausreichende Mehrheit zustande. 

Die Kommission kann die Regelung nun formell beschließen. Sie tritt
dann 20 Tage nach der Veröffentlichung im EU-Amtsblatt in Kraft. Die
wichtigsten Pflichten gelten nach Angaben eines Parlamentssprechers
aber erst sieben Jahre später. Wann die Kommission beabsichtigt, die
Pläne formell abzuschließen, teilte die Behörde zunächst nicht mit.
 

Nach den Vorgaben darf Schrotmunition mit einem Bleianteil von einem
Gewichtsprozent oder mehr für die Jagd und für das Sportschießen im
Freien mit wenigen Ausnahmen weder verkauft noch verwendet werden.
Jäger dürfen Bleischrot außerdem nicht mehr bei sich haben, wenn sie

jagen oder auf dem Weg zur Jagd sind. 

«Hochgiftiges Schwermetall»

«Blei ist ein hochgiftiges Schwermetall, das sich in der Umwelt
anreichert und dort über lange Zeit bleibt», sagte die
ÖDP-Europaabgeordnete Manuela Ripa. Sie hat das Thema für die
EVP-Fraktion, zu der auch CDU und CSU gehören, betreut.

Ripa beruft sich unter anderem auf die Europäische Chemikalienagentur
ECHA, der zufolge jedes Jahr 135 Millionen Vögel Gefahr laufen, sich
mit herumliegendem Bleischrot zu vergiften. «Auch für Menschen kann
Blei aus Schrot sehr gefährlich sein, etwa, wenn sie Wildfleisch von
mit Bleimunition erlegten Tieren verzehren», sagte die Abgeordnete.

Kein komplettes Verbot 

Ripa verwies auf Alternativen wie Stahlschrot. Die Bereiche Militär,
Sicherheit und Verteidigung seien von den neuen Regeln nicht
betroffen. Auch für das Sportschießen gebe es Ausnahmeregeln.

Jagdverbände hatten ein generelles Verbot in der Vergangenheit
kritisiert. Sie verwiesen unter anderem auf hohe Kosten für den Umbau
von Schießständen und auf ältere Waffen, für die bleifreie Munition

nicht geeignet sei. In Dänemark ist Bleimunition bereits seit 2022
komplett verboten.