Baltenstaaten fordern EU-Transitverbot für russisches Getreide

09.10.2026 15:27

Russland sucht im Seekrieg mit der Ukraine nach neuen Exportrouten
für sein Getreide. Europäische Häfen sollen Moskau dabei nach Ansicht

der Regierungen in Tallinn, Riga und Vilnius versperrt bleiben.

Tallinn/Riga/Vilnius (dpa) - Die baltischen Staaten Estland, Lettland
und Litauen haben die EU in einem gemeinsamen Brief dazu
aufgefordert, den Transit von russischem Getreide durch die
Europäische Union zu verbieten. «Russland bombardiert ukrainische
Häfen und verhindert, dass ukrainisches Getreide auf den Weltmarkt
gelangt, will aber gleichzeitig vom Transport seines eigenen
Getreides durch die Europäische Union profitieren. Unsere
Infrastruktur darf Russland nicht dabei helfen, seinen Krieg zu
finanzieren», hieß es in dem Brief an EU-Ratspräsident António Cost
a
und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.

Die EU dürfe Russland nicht erlauben, die wirtschaftlichen Folgen
seiner Aggression auszugleichen. Auch müsse sie verhindern, dass aus
besetzten Gebieten der Ukraine gestohlenes Getreide durch die EU
exportiert werde. «Wir müssen den Druck auf den Aggressor erhöhen und

der Ukraine helfen, ihre Waren auf den Weltmarkt zu bringen»,
betonten Litauens Staatspräsident Gitanas Nauseda und die
Regierungschefs Kristen Michal (Estland) und Andris Kulbergs
(Lettland).

Estland hatte in der Vorwoche ein Transitverbot für russisches
Getreide verhängt. Auch Lettland und Litauen versuchen, durch
verschiedene Maßnahmen wie höhere Tarife und strengere Kontrollen die
Getreidelieferungen zu unterbinden. Die drei an Russland grenzenden
EU- und Nato-Staaten sind enge Partner und Unterstützer der Ukraine,
die sich seit mehr als vier Jahren gegen eine russische Invasion
wehrt.