EU: China akzeptiert Drosselung von Hybridauto-Exporten

09.10.2026 16:22

Europas Autoindustrie steht wegen chinesischer Exporte von
Hybridautos unter Druck. Daran könnte sich laut EU-Kommission nun
etwas ändern. Wie lautet der Deal?

Peking (dpa) - Die EU und China haben sich nach Angaben von
EU-Handelskommissar Maros Sefcovic auf eine Drosselung chinesischer
Exporte von Hybridautos verständigt. Die Lieferungen in die
Europäische Union könnten dadurch um mehr als die Hälfte zurückgehe
n,
erklärte Sefcovic nach Verhandlungen in Peking. Zuvor hatte China
eine Erklärung veröffentlicht, darin allerdings nur von einer
Einigung bei dem Thema gesprochen, ohne nähere Details zu nennen. 

Laut Sefcovic ist dies das erste Mal, dass China akzeptiert habe,
seine Exporte zu mäßigen, ohne zuvor eine Phase von Handelsspannungen
zu durchlaufen. Konkret sagte er, im Fall der Hybrid- und
Plugin-Hybridautos werde sich die Zahl der von China nach Europa
exportierten Fahrzeuge über die kommenden vier Jahre um «einige
Millionen Fahrzeuge» reduzieren. 

Finale Entscheidung steht aus 

Die Ergebnisse würden nun EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der
Leyen vorgelegt und später den EU-Mitgliedstaaten, sagte der Slowake.
Hier liege nun die finale Entscheidung. 

Sefcovic hatte zuvor seinen chinesischen Amtskollegen Wang Wentao
getroffen. Zudem traf er Chinas Vize-Ministerpräsident He Lifeng, der
in China für Handelsfragen zuständig ist und Peking unter anderem in
den Zollstreit-Verhandlungen mit den USA vertreten hatte. 

Gespräche über seltene Erden 

Themen der Gespräche waren außerdem Chinas Exportkontrollen auf
seltene Erden. China hatte die Notwendigkeit betont, den Austausch
dazu zu intensivieren und einen schnelleren Mechanismus zur Erteilung
entsprechender Ausfuhrlizenzen zu ermöglichen. Sefcovic betonte, dass
Gespräche mit Wang dazu schon länger liefen. Derzeit werde geprüft,
wie der Prozess für die europäischen Unternehmen noch reibungsloser
und benutzerfreundlicher gestaltet werden könne, sagte er. 

China ist für seltene Erden ein globaler Hauptproduzent. Die
Rohstoffe und daraus gefertigte Magnete werden in der Industrie sowie
der Hightech- und Rüstungsbranche benötigt. Zwar kommen seltene
Erden, anders als ihr Name vermuten lässt, nicht unbedingt selten
vor. Jedoch besteht die Herausforderung darin, sie in ausreichend
hoher Konzentration zu finden, um sie kosteneffizient zu fördern.
Chinas Exportkontrollen hatten in der Industrie in Europa
Versorgungsängste hervorgerufen und die Sorge vor stillstehenden
Produktionen.