Burnham: Moskau hatte bei Brexit-Votum klar Finger im Spiel

11.10.2026 23:50

Der britische Premier Andy Burnham nimmt kein Blatt vor den Mund,
wenn es um russische Einmischung in die Politik westlicher Staaten
geht. Besonders für zwei Länder hat er eine klare Botschaft.

London (dpa) - Der britische Premierminister Andy Burnham hat als
erster Regierungschef seines Landes eine Einmischung Russlands beim
Brexit-Referendum vor zehn Jahren bestätigt. Er habe in der
Regierungszentrale 10 Downing Street nachgefragt und die klare
Antwort erhalten: «Ja, das gab es», sagte Burnham laut Vorabauszügen

aus dem Podcast «The Rest Is Politics».

Wie genau die russische Einmischung diesen Erkenntnissen zufolge
aussah, sagte Burnham nicht. Spekulationen darüber hatte es schon
seit langem gegeben.

Bei seinem Besuch in Berlin vergangene Woche habe er mit
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) auch über das Thema gesprochen, so
der Labour-Politiker weiter. Auch in Deutschland gebe es sicherlich
russische Desinformation, mit der Einfluss auf die Politik genommen
werde, fügte er hinzu.

Burnham warnt Deutschland und Frankreich

«Es ist jetzt wichtig, diese Dinge klar und deutlich festzuhalten.
Ich glaube, dass dies den Wählerinnen und Wählern in Deutschland und
Frankreich dabei hilft zu verstehen, dass einige dieser politischen
Entwicklungen von unseren Gegnern, insbesondere Russland, gezielt
angestoßen werden», so Burnham weiter. 

Die Briten stimmten bei dem Referendum vor zehn Jahren mit einer
knappen Mehrheit für den EU-Austritt. Es folgte eine lange Phase des
politischen Chaos. Der Austritt wurde schließlich Anfang 2020
vollzogen. Burnham bezeichnete den Brexit kürzlich als
«katastrophalen Fehler» und schloss selbst einen Wiedereintritt nicht
aus.