Schneider: Senken von Methan-Emissionen «zwingend notwendig»

12.10.2026 10:30

Die EU-Methanregeln sollen für weniger Emissionen aus dem
Energiesektor sorgen. Wegen der Energiekrise will die Europäische
Kommission Teile davon erst später in Kraft setzen. Was denkt Berlin
dazu?

Luxemburg (dpa) - Bundesumweltminister Carsten Schneider will an der
Reduzierung der Methanemissionen festhalten. «Ansonsten können wir
die Klimaziele auch gar nicht erreichen», sagte der SPD-Politiker am
Rande eines Treffens mit seinen Amtskolleginnen und -kollegen in
Luxemburg. «Die Methanemissionen sind ganz wesentliche Treiber des
Klimawandels, der Erderwärmung. Deswegen gilt es, sie zu beschränken,
zu begrenzen.»

Hintergrund sind Pläne der Europäischen Kommission, bestimmte
Klimaschutzregeln für das Treibhausgas Methan vorerst zu lockern.
Präsidentin Ursula von der Leyen kündigte vergangene Woche einen
Vorschlag an, mit dem bestimmte Vorschriften zum Import von fossilen
Brennstoffen um ein Jahr verschoben werden und erst ab 2028 gelten
sollen. Mit Blick auf die Energiekrise soll dies Kosten sparen.

Ihm liege noch kein konkreter Vorschlag der Kommission vor, deswegen
habe sich die Bundesregierung dazu auch noch nicht verhalten, sagte
Schneider. Ganz grundsätzlich seien Methanemissionen extrem
klimaschädlich, «und die Reduzierung ist zwingend notwendig».
Schneider hatte sich zuletzt gegen eine Lockerung der Regeln
ausgesprochen, während Energieministerin Katherina Reiche (CDU) sich
dafür offen zeigte.

Methan entsteht unter anderem in Öl- und Gasindustrie

Methan ist ein Treibhausgas und für Klimaerwärmung und
Luftverschmutzung verantwortlich. Es entsteht etwa in der
Landwirtschaft, auf Mülldeponien sowie in der Öl- und Gasindustrie.
Seit 2024 sind in der EU Regeln in Kraft, die für weniger
Methan-Emissionen aus dem Energiesektor sorgen sollen.

Ab 1. Januar 2027 müssen Unternehmen für bestimmte Lieferverträge
auch nachweisen, dass der Produzent im Herkunftsland seine
Methan-Emissionen mindestens so sorgfältig überwacht und
dokumentiert, wie es die EU von ihren eigenen Unternehmen verlangt.
Diese Vorschriften sollen nach dem Willen der Kommission verschoben
werden. Nach der Vorlage des offiziellen Vorschlags der Behörde
müssen die EU-Länder sowie das Europaparlament zustimmen.