EU weitet Beitrittsverhandlungen mit Ukraine und Moldau aus

12.10.2026 18:59

Die Ukraine und Moldau kommen im EU-Beitrittsprozess voran. Im Rennen
um eine schnelle Aufnahme liegt allerdings ein anderes Land vorn.

Luxemburg (dpa) - Die Europäische Union weitet die
Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine und Moldau aus. Vertreter der
27 Mitgliedstaaten verständigten sich in Luxemburg darauf, Gespräche
zu zwei weiteren Themenblöcken aufzunehmen, wie die derzeitige
irische EU-Ratspräsidentschaft mitteilte.

Konkret geht es dabei um den Binnenmarkt sowie um
Wettbewerbsfähigkeit und inklusives Wachstum. Zum Binnenmarkt gehören
etwa der freie Waren-, Dienstleistungs- und Kapitalverkehr sowie die
Arbeitnehmerfreizügigkeit; zur Wettbewerbsfähigkeit Themen wie die
Wirtschafts- und Steuerpolitik, Bildung und Forschung.

Reformen kosten Kraft

Die Entscheidung zur Ausweitung der Verhandlungen gilt für beide
Länder als wichtiges Zeichen, dass sich ihre Reformanstrengungen
lohnen. Vor allem die von Russland angegriffene Ukraine kosten sie
viel Kraft.

In dem Verhandlungsprozess zur Aufnahme in die EU soll sichergestellt
werden, dass ein Kandidatenland alle Voraussetzungen für eine
Mitgliedschaft erfüllt. Um ihn übersichtlicher zu gestalten, wurde er
in 35 sogenannte Kapitel eingeteilt. 33 von ihnen sind sechs
Themenbereichen zugeordnet, die auch Cluster genannt werden. Mit
einem Abschluss der Gespräche wird vor allem bei der Ukraine nicht
vor dem kommenden Jahrzehnt gerechnet. Das Land ist nach Einschätzung
von Experten unter anderem im Bereich der Korruptionsbekämpfung noch
weit von EU-Standards entfernt.

Spitzenreiter Montenegro

Neben der Ukraine und Moldau streben vor allem die Westbalkanländer
Montenegro, Albanien, Serbien, Bosnien-Herzegowina, Nordmazedonien
und das Kosovo in die EU. Am weitesten im EU-Aufnahmeprozess ist
Montenegro. Dem Land mit nur rund 620.000 Einwohnern wurde zuletzt
bescheinigt, die Beitrittsverhandlungen bis Ende 2026 abschließen zu
können, wenn es das Reformtempo beibehält.

An diesem Donnerstagabend soll das Thema EU-Erweiterung auch beim
Herbstgipfel der Staats- und Regierungschefs der EU-Staaten
besprochen werden.