Bulgarien bittet EU und Nato nach Drohnenangriffen um Hilfe

12.10.2026 21:51

Zwei Handelsschiffe werden vor Bulgariens Schwarzmeerküste
angegriffen. Wer dahintersteckt, ist unklar. Bei den Ermittlungen
hofft die Regierung in Sofia auf technische Unterstützung.

Sofia (dpa) - Eine Woche nach Drohnenangriffen auf zwei
Handelsschiffe im Schwarzen Meer hat Bulgarien die Europäische Union
und die Nato um technische Hilfe bei den Ermittlungen gebeten. Beide
angegriffene Schiffe waren beschädigt worden, eines davon sank. Nach
Angaben von Regierungschef Rumen Radew ist bislang unklar, ob die
Drohnen aus Russland oder aus der Ukraine kamen.

Fest steht, dass eines der angegriffenen Schiffe, die «Alfa Watan»,
praktisch sofort nach der Attacke gesunken war - binnen etwa drei
Minuten. Eine Drohne, die derart enorme Schäden anrichtet, dürfte mit
einem Sprengkopf von mehr als 300 Kilogramm ausgestattet gewesen
sein, sagte der Professor an der Militärakademie in Sofia, Dimitar
Nedjalkow, dem bulgarischen Fernsehsender Nova. An Bord der unter der
Flagge von Togo fahrenden «Alfa Watan» waren zwölf Mann Besatzung,
die noch immer vermisst werden. 

Das zweite Schiff, die «Able», war unter der Flagge von Palau mit
Getreide nach Istanbul in der Türkei unterwegs, als es nach einem
Drohnenangriff in Brand geriet. Die 18-köpfige Crew wurde gerettet.
Auf dem Schiff wurden ersten Ermittlungen zufolge keine Drohnen-Reste
entdeckt. Medienberichten zufolge hat die «Able» Bulgariens Gewässer

inzwischen wieder verlassen.

Selenskyj macht Moskau für Angriffe verantwortlich

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sah in den Angriffen
«einen weiteren Ausdruck der russischen Bemühungen, den westlichen
Teil des Schwarzen Meeres für die Schifffahrt völlig untauglich zu
machen». Nach Kontakten mit der bulgarischen Seite sei festgestellt
worden, «dass es sich um einen kombinierten russischen Angriff mit
See- und Luftdrohnen handelt».