Sanofi und EU einigen sich in Kartellverfahren zu Impfstoff

14.10.2026 10:21

Der französische Pharmakonzern hat laut EU-Kommission unfair für
seinen Grippeimpfstoff geworben. Mit Zusagen wendet Sanofi eine
Strafe ab.

Brüssel (dpa) - Der französische Pharmakonzern Sanofi verpflichtet
sich, einen konkurrierenden Grippeimpfstoff in der eigenen Werbung
nicht schlecht darzustellen. Die Europäische Kommission hatte zuvor
Wettbewerbsbedenken geäußert. Sanofi muss unter anderem
Werbematerialien überarbeiten und online eine Erklärung
veröffentlichen, in der die wissenschaftlichen Belege für den eigenen
Impfstoff und den der Konkurrenz anerkannt werden. 

Die Brüsseler Behörde hatte Bedenken, dass Sanofi seit 2024 den
eigenen Grippeimpfstoff «Efluelda» in Deutschland und Frankreich mit
falschen oder irreführenden Behauptungen als der Konkurrenz «Fluad»
überlegen dargestellt und dabei seine Marktmacht ausgenutzt haben
könnte. Damit könnte das Unternehmen gegen europäisches Kartellrecht

verstoßen haben. Die Kommission hatte wegen des Verdachts im
September 2025 Räumlichkeiten des Konzerns in Deutschland und
Frankreich durchsucht. Sanofi hatte die Vorwürfe zurückgewiesen. 

«Wenn marktbeherrschende Pharmaunternehmen falsche oder irreführende
Informationen über Impfstoffe verbreiten, die mit ihren eigenen
konkurrieren, verzerren sie den Wettbewerb und untergraben die
Wahlfreiheit von Ärzten und Patienten», teilte
EU-Wettbewerbskommissarin Teresa Ribera mit. Die Entscheidung stelle
sicher, dass Patienten und Beschäftigte in Gesundheitsberufen «ihren
Impfstoff auf der Grundlage einer unparteiischen Bewertung
wissenschaftlicher Erkenntnisse auswählen können».

Ein Verstoß könnte teuer werden

Falls das Unternehmen mit Hauptsitz in Paris die rechtsverbindlichen
Zusagen nicht einhalten würde, könnte die EU-Kommission eine Geldbuße

von bis zu zehn Prozent des weltweiten Jahresumsatzes verhängen oder
ein tägliches Zwangsgeld in Höhe von fünf Prozent des Tagesumsatzes
für jeden Tag der Nichteinhaltung.