Merz rechnet mit «sehr, sehr schwierigen» EU-Verhandlungen

15.10.2026 11:44

Seit Monaten pocht die Bundesregierung auf ein deutlich kleineres
neues EU-Budget als bislang vorgeschlagen. Noch ist keine Einigung in
Sicht. Braucht Merz für künftige Treffen einen größeren Koffer?

Brüssel (dpa) - Im Ringen um den neuen langfristigen EU-Haushalt
sieht Bundeskanzler Friedrich Merz keinen Durchbruch in Reichweite.
«Wir sind in sehr, sehr schwierigen Verhandlungen über die
zukünftigen Finanzen der Europäischen Union», sagte Merz bei einem
Treffen mit den anderen EU-Staats- und Regierungschefs in Brüssel. Er
rechne nicht damit, in diesen Tagen zu einem Ergebnis zu kommen. 

Als Ziel gilt, bis Jahresende einen Kompromiss für den
billionenschweren Etat für die Jahre 2028 bis 2034 zu finden. Nun
liege man zweieinhalb Monate vor dem Ende des Jahres sehr weit
auseinander, so Merz. Das heiße nicht, dass man nicht bei weiteren
geplanten Zusammenkünften zu Lösungen kommen könne. Für das
Gipfeltreffen im Dezember aber sollte man «ein paar Oberhemden mehr
einpacken als üblicherweise», sagte Merz. 

Letzte Schlussrunde dauerte 91 Stunden

Damit meint er, dass der üblicherweise ein oder zwei Tage dauernde
Dezember-Gipfel sich über mehrere Tage strecken könnte. 2020 dauerte
die entscheidende Verhandlungsrunde für den Haushalt 2021 bis 2027
fast vier volle Tage - gut 91 Stunden. 

Der derzeit auf dem Tisch liegende Vorschlag sieht vor, den nächsten
Etat gegenüber einem ursprünglichen Vorschlag der EU-Kommission um
rund 159 Milliarden Euro auf insgesamt rund 1,826 Billionen Euro für
den Siebenjahreszeitraum zu kürzen. Merz weist das als inakzeptabel
zurück und fordert stattdessen Kürzungen um mehrere Hundert
Milliarden. 

Deutschland trägt als größte Volkswirtschaft der EU den größten
Anteil zum Gemeinschaftsbudget bei und zahlt unter dem Strich mehr in
den Topf ein, als es herausbekommt.