Kallas verteidigt ukrainische Angriffe auf russische Ölraffinerien

15.10.2026 11:58

EU-Chefdiplomatin Kaja Kallas stellt sich hinter ukrainische Angriffe
auf russische Ölraffinerien. Für den Ansatz von US-Präsident Donald
Trump findet sie beim Gipfel deutliche Worte.

Brüssel (dpa) - Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas unterstützt die
Fortsetzung ukrainischer Angriffe auf russische Ölraffinerien. «Der
Großteil der russischen Kriegsfinanzierung stammt aus Öleinnahmen»,
sagte die frühere estnische Regierungschefin beim EU-Gipfel in
Brüssel. Natürlich wolle die Ukraine, dass der Krieg ende. Deshalb
sei es der richtige Weg, Russland die Finanzierung des Krieges
abzuschneiden. «Wir müssen Russland unter Druck setzen, damit es den
Krieg beendet - und nicht die Ukraine, damit sie kapituliert», sagte
sie.

Der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj hatte zuvor trotz der
Kritik von US-Präsident Donald Trump neue Angriffe auf russische
Ölraffinerien angekündigt. Die Zurückhaltung sei vorbei, sagte
Selenskyj im Interview mit der «Financial Times». Demnach äußerte
Selenskyj auch seine Verärgerung über den «gefährlichen» Mangel a
n
US-Geheimdienstinformationen und die parallele Drosselung des
Satelliteninternetdienstes Starlink, während Russland seine Angriffe
auf die Ukraine intensiviere. Es wird spekuliert, dass Trump
Selenskyj durch die Einschränkung der US-Unterstützung zu
Zugeständnissen für Friedensverhandlungen mit Russland bewegen will.

Kallas sagte in Brüssel, die EU verfolge in diesem Krieg eindeutig
einen anderen Ansatz. «Wir müssen den Aggressor unter Druck setzen,
den Krieg zu beenden, und nicht das Opfer zur Kapitulation drängen»,
betonte sie. «Die Ukraine unter Druck zu setzen, ist nicht der
richtige Ansatz.»