Energiepreiskrise: EU-Gipfel will neue Instrumente

16.10.2026 01:40

Über 100 Milliarden Euro hat die EU seit Beginn des Iran-Kriegs
zusätzlich für Energie-Importe bezahlt. Kanzler Merz und seine
EU-Amtskollegen wollen mehr gemeinsames Vorgehen gegen die hohen
Preise.

Brüssel (dpa) - Angesichts der Energiepreiskrise wollen die Staats-
und Regierungschefs der Europäischen Union neue Instrumente zur
Senkung der Kosten. In einer gemeinsamen Erklärung im Rahmen eines
Treffens in Brüssel bitten sie die Europäische Kommission,
entsprechende Maßnahmen zu erarbeiten und vorzulegen. Die derzeitige
Lage erfordere dringend eine koordinierte europäische Reaktion mit
gezielten und befristeten Maßnahmen.

Wie die Vorschläge im Einzelnen aussehen sollen, blieb zunächst
offen. Begrüßt werden der bereits von der Kommission getätigte
Vorstoß zur Lockerung von bestimmten Klimaschutzregeln für das
Treibhausgas Methan sowie geplante Initiativen wie zur freiwilligen
Bündelung der Energienachfrage, um die Preise zu senken.

Der Emissionshandel soll nach dem Willen der EU-Spitzen zudem
verlässlicher und berechenbarer werden. Um starke Preisschwankungen
zu vermeiden, fordern die Staats- und Regierungschefs außerdem, das
laufende Gesetzgebungsverfahren zur sogenannten
Marktstabilitätsreserve schneller voranzutreiben - ein Mechanismus,
der den Handel mit Klimazertifikaten stabilisieren soll. Solche
müssen bestimmte energieintensive Unternehmen erwerben, damit sollen
Emissionen reduziert werden.

Ab 2028 gilt in der EU auch für Brennstoffe wie Benzin und Erdgas ein
weiteres Emissionshandelssystem. Die Staats- und Regierungschefs
fordern die Kommission nach Druck von Ländern wie Italien in ihrer
Erklärung weiter auf, zu prüfen, welche Folgen das neue System hat.
Es soll künftig beispielsweise Heizen und Autofahren mit einem
CO?-Preis belegen.