Klingbeil für deutsch-französische Auto-Initiative
16.10.2026 07:52
Europas Autobranche steht unter Druck, nicht zuletzt wegen Konkurrenz
aus China bei Elektro-Fahrzeugen. Kommt jetzt Bewegung für neue
Bedingungen, die auch auf mehr Flexibilität zielen?
Bangkok/Brüssel (dpa) - Deutschland und Frankreich bereiten nach
Angaben von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil einen Vorstoß zur
Unterstützung der europäischen Autoindustrie vor. Man sei dazu «auf
den Schlussmetern einer Einigung», was er mit vorantreibe und auch
sehr begrüße, sagte der SPD-Chef auf eine entsprechende Frage am
Rande der Jahrestagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) in
Bangkok. Was aber auch dazugehöre, wenn man die Rahmenbedingungen für
die Automobilkonzerne verbessere, sei, «dass es dann klare Zusagen
gibt für Standortinvestitionen und auch für die Beschäftigten».
Klingbeil sagte, dazu liefen noch Gespräche. Er nannte als Aspekte
des Pakets unter anderem auch «Schutzmechanismen im Umgang mit China»
und Kaufanreize für Elektroautos mit einem Fokus auf europäische
Hersteller. Nach einem Bericht des «Handelsblatts» wollen
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Frankreichs Präsident Emmanuel
Macron außerdem auch das EU-weite Verbot von Verbrennungsmotoren noch
stärker lockern als bisher geplant.
Die EU-Kommission hatte im Dezember vorgeschlagen, auch nach 2035 in
der EU Autos mit Verbrennungsmotor neu zuzulassen - eine Abkehr vom
eigentlich ausgehandelten Verbrenner-Aus. Dafür hatte sich
Deutschland eingesetzt. Ein deutsch-französisches Papier sieht laut
«Handelsblatt» jetzt unter anderem vor, dass die Hersteller ihre
durchschnittlichen Emissionen ab 2035 nur noch um 90 Prozent
reduzieren müssten, ohne die restlichen 10 Prozent kompensieren zu
müssen. So könnten sie weiter neue Benzin- und Dieselfahrzeuge
verkaufen, solange ihre Neuwagenflotte den vorgeschriebenen Grenzwert
einhält.
