Dröge warnt vor Auto-Deal mit Frankreich: «Bremsklotz»

16.10.2026 09:15

Eine Vereinbarung von Berlin und Paris könnte die Regeln für neue
Verbrenner in der EU weiter lockern. Grünen-Fraktionschefin Katharina
Dröge meint: Das hilft der Industrie hier nicht - im Gegenteil.

Berlin (dpa) - Grünen-Fraktionschefin Katharina Dröge verurteilt eine
geplante deutsch-französische Vereinbarung zur Stützung der
heimischen Autoindustrie als kontraproduktiv. «Bundeskanzler
Friedrich Merz schafft mit dem Verbrenner-Deal einen zusätzlichen
Bremsklotz für die deutschen Automobil-Standorte», sagte sie der
Deutschen Presse-Agentur in Berlin. 

Dröge: Menschen wollen Elektroautos

Nach Angaben von Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) vom
Donnerstagabend ist eine Vereinbarung mit Frankreich auf der
Zielgeraden. Im Gegenzug für verbesserte Standortbedingungen brauche
es klare Zusagen für Investitionen in Standorte und für Beschäftigte.

Es solle «Schutzmechanismen im Umgang mit China» und Kaufanreize für

Elektroautos mit einem Fokus auf europäische Hersteller geben. Nach
einem Bericht des «Handelsblatts» wollen Kanzler Merz (CDU) und
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron außerdem auch das EU-weite
Verbot von Verbrennungsmotoren noch stärker lockern als bisher
geplant.

Letzteres hält Dröge für verfehlt. «Die Menschen haben längst
entschieden: Immer mehr Leute setzen auf Elektromobilität», erklärte

sie. «Wir müssen nun mit voller Kraft in das E-Auto investieren, in
Zukunftstechnologien, wie Batterietechnik, verbraucherfreundliches
Laden, E-Autos als Speicher für unser Energiesystem oder autonomes
Fahren.» Der deutsche Standort könne weiter mitspielen, wenn Merz
aber so weitermache, entstünden die guten Jobs für Batteriezellen und
Elektroautos anderswo. 

Klimaziele in Gefahr?

«Während China Richtung Zukunft rast, schaffen Merz und Macron Chaos
und Verunsicherung für Markt und Verbraucher», beklagte Dröge.
«Gerade einmal zehn Wochen nach dem heißesten Sommer und den größte
n
Waldbränden in Europa opfern Merz und Macron die Klimaschutzziele im
Verkehr.» 

Die EU-Kommission hatte im Dezember vorgeschlagen, auch nach 2035 in
der EU Autos mit Verbrennungsmotor neu zuzulassen - eine Abkehr vom
eigentlich ausgehandelten Verbrenner-Aus. Dafür hatte sich
Deutschland eingesetzt. Ein deutsch-französisches Papier sieht laut
«Handelsblatt» jetzt unter anderem vor, dass die Hersteller ihre
durchschnittlichen Emissionen ab 2035 nur noch um 90 Prozent
reduzieren müssten, ohne die restlichen 10 Prozent kompensieren zu
müssen. So könnten sie weiter neue Benzin- und Dieselfahrzeuge
verkaufen, solange ihre Neuwagenflotte den vorgeschriebenen Grenzwert
einhält.