Rennen um EZB-Spitze: Klingbeil plant bald Personalvorschlag

16.10.2026 11:42

In der Führung der Europäischen Zentralbank müssen einige Positionen

neu besetzt werden, darunter die der scheidenden Top-Ökonomin Isabel
Schnabel. Wie und mit wem geht Deutschland ins Rennen?

Bangkok (dpa) - Bundesfinanzminister Lars Klingbeil plant die baldige
Klärung eines deutschen Personalvorschlags für die künftige Spitze
der Europäischen Zentralbank (EZB). Natürlich werde Deutschland im
Direktorium weiter eine Rolle spielen, sagte der SPD-Politiker am
Rande der Jahrestagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) in
Bangkok. «Mit welchem Namen an welcher Stelle wir dann antreten, das
kläre ich gerade mit dem Bundeskanzler.»

Aktuell im Blick steht die Nachfolge der scheidenden EZB-Direktorin
Isabel Schnabel. Eurogruppen-Präsident Kyriakos Pierrakakis hatte
mitgeteilt, dass bis zum 28. Oktober Kandidaturen eingereicht werden
müssten. Dann könne beim nächsten Treffen des Gremiums im November
darüber beraten werden. Die EZB hatte Ende September mitgeteilt, dass
die deutsche Top-Ökonomin Schnabel Anfang 2027 vorzeitig ausscheidet
und zum IWF wechselt. 

Größeres Personalpaket?

Seit Monaten halten sich zudem Spekulationen, dass Präsidentin
Christine Lagarde die EZB vor Ablauf ihrer Amtszeit, die bis Oktober
2027 reicht, verlassen könnte. Sie wird immer wieder mit dem Vorsitz
des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos in Verbindung gebracht. Ab
Juni 2027 braucht die EZB außerdem einen neuen Chefökonomen, weil die
Amtszeit von Inhaber Philip Lane endet. 

Daher gilt es als wahrscheinlich, dass auf europäischer Ebene ein
Paket für die EZB-Spitzenposten gefunden werden muss. Ambitionen für
die Präsidentschaft hat auch Bundesbank-Präsident Joachim Nagel
angemeldet. Spanien setzt sich dafür ein, dass Pablo Hernández de
Cos, Generaldirektor der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich,
Notenbank-Präsident wird. Die Niederlande bringen ihren früheren
Notenbankchef Klaas Knot ins Spiel.