Deutschland und Frankreich legen Auto-Vorschläge vor

16.10.2026 12:02

Merz und Macron wollen Schwung in die Verhandlungen über Vorgaben für
Verbrenner nach 2035 bringen. Dafür machen sie gemeinsame Vorschläge.

Brüssel/Berlin (dpa) - Deutschland und Frankreich haben sich auf
gemeinsame Vorschläge zur Automobilindustrie geeinigt. «Wir streben
eine deutliche Senkung der CO?-Emissionen an und stärken zugleich
Europas Kapazitäten für die Entwicklung und Fertigung der nächsten
Generation von Elektrofahrzeugen», teilten beide Seiten mit. Den
genauen Inhalt der Verständigung nannten Bundesregierung und
Élysée-Palast zunächst nicht. 

«Der Übergang zu sauberer Mobilität muss mit Investitionen,
Innovationen und Produktion in Frankreich, Deutschland und ganz
Europa einhergehen.» Die beiden Länder schlagen deshalb ein
umfassendes Paket vor, wie sie schreiben. 

Autoindustrie erhalten

«Wir sind es unseren Beschäftigten, unserer Industrie und unseren
Bürgerinnen und Bürgern schuldig, sicherzustellen, dass Europa beim
globalen Wandel der Automobilbranche eine führende Rolle einnimmt.
Unser Ziel ist klar: eine wettbewerbsfähige, innovative und
dekarbonisierte europäische Automobilindustrie, die in Europa
produziert und die Arbeitsplätze von morgen schafft», teilten die
Regierungen der beiden größten europäischen Volkswirtschaften mit. 


Bundeskanzler Friedrich Merz schrieb auf der Plattform X von einem
Investitionssignal an die Industrie und einem guten Tag «für
Autofahrerinnen und Autofahrer und für Arbeitsplätze in Deutschland,
Frankreich und Europa».

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron schrieb auf der Plattform X:
«Europa muss ein Kontinent sein, der innovativ ist, investiert und
produziert und dabei das Klima schützt und unsere Arbeitsplätze
sichert, das ist der Kern unseres Engagements.» 

Zuerst hatte das «Handelsblatt» am Donnerstag über ein
Positionspapier berichtet. Eine abschließende Verständigung darauf
gab es nach Angaben aus der Bundesregierung am Donnerstag aber noch
nicht. Die gibt es mittlerweile. 

Deutsch-französischer Kompromiss

Bislang hatte sich Frankreich gegen eine Aufweichung des
Verbrenner-Aus ausgesprochen. Die Verständigung könnte eine Mehrheit
im Rat der EU-Staaten ermöglichen. 

Die EU-Kommission hatte im vergangenen Dezember vorgeschlagen, auch
nach 2035 in der EU Autos mit Verbrennungsmotor neu zuzulassen - eine
Abkehr vom eigentlich ausgehandelten Verbrenner-Aus. Dafür hatte sich
Deutschland eingesetzt. 

Über die Vorschläge beraten derzeit jeweils das Europaparlament und
der Rat der EU-Mitgliedstaaten. Ohne die Zustimmung beider
Institutionen treten sie nicht in Kraft. Frankreich und sechs weitere
EU-Länder hatten sich noch im Juni gegen eine Lockerung eingesetzt
und vor einem strategischen Fehler gewarnt.