Ende in Streit zwischen Italien und Spanien in Sicht

16.10.2026 13:01

Seit mehr als zwei Monaten kontrollieren die beiden EU-Partner
gegenseitig ihre Grenzen. Nun stehen die Zeichen wieder auf
Entspannung. Die nächste Woche soll Klarheit bringen.

Rom/Madrid (dpa) - Im Streit zwischen Italien und Spanien über den
Umgang mit Flüchtlingen zeichnet sich nach mehr als zwei Monaten ein
Ende der gegenseitigen Grenzkontrollen ab. Die Innenminister der
beiden EU-Partner wollen sich nach Angaben aus beiden Hauptstädten
nächste Woche um eine Lösung bemühen. Der Streit hatte Ende Juli mit

der Ankunft Zehntausender Migranten in der spanischen
Nordafrika-Exklave Ceuta begonnen. 

Zunächst kontrollierte Italien in Häfen und Flughäfen Ankömmlinge
wieder, dann folgte Spanien. Nach aktuellem Stand sollen die
Einschränkungen bis Donnerstag nächster Woche dauern. Italiens rechte
Ministerpräsidentin Giorgia Meloni verlängerte die Kontrollen am
Freitag um eine Woche - möglicherweise ein letztes Mal. Damit wären
beide Länder bei dem Termin auf dem gleichen Stand.

Heftige gegenseitige Vorwürfe

Zugleich verlautete aus Melonis Amtssitz, dass die Innenminister im
Laufe der nächsten Woche zu einer abgestimmten Vorgehensweise
zurückfinden sollen. Das spanische Innenministerium in Madrid
bestätigte der dpa, Ziel sei es, die Einschränkungen aufzuheben. Die
Kontrollen stehen im Widerspruch zu den Schengen-Vereinbarungen,
wonach grundsätzlich keine Personenkontrollen an den Binnengrenzen
vorgesehen sind.

Die rechte Regierung in Rom und die linksgerichtete Regierung in
Madrid liegen wegen des Umgangs mit Flüchtlingen seit längerer Zeit
über Kreuz. Rom hatte die Rückkehr zu Kontrollen mit Risiken für die

innere Sicherheit sowie der Gefahr einer «terroristischen
Unterwanderung» begründet. Spaniens Außenminister José Manuel Albar
es
sprach daraufhin von einer «Schande». 

Rom argumentierte bei der Einführung der Grenzkontrollen, die Grenzen
müssten wegen des Andrangs von Migranten auf Ceuta geschützt werden.
Es gibt jedoch keine Hinweise darauf, dass sich von dort jemand auf
den Weg gemacht hätte. Die Migranten durften nicht einmal auf das
spanische Festland.