Bulgarien lehnt Beteiligung an neuer EU-Finanzhilfe für Kiew ab
20.10.2026 18:23
Bulgarien war beim EU-Darlehen von 90 Milliarden Euro für die Ukraine
für noch mit dabei. Doch bei einer neuen Finanzhilfe für Kiew wird
sich Sofia wohl zurückhalten.
Sofia (dpa) - Bulgarien wird sich nach den Worten von Regierungschef
Rumen Radew nicht mehr an einer neuen Finanzhilfe der Europäischen
Union (EU) für die Ukraine beteiligen. Beim jüngsten EU-Gipfel
forderte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj von der EU
weitere 70 Milliarden Euro für das kommende Jahr, um im Abwehrkampf
gegen Russlands Angriffskrieg bestehen zu können.
«Wie kommt euch das vor dem Hintergrund von all dem, das in Europa
geschieht, vor? Bulgarien kann auf keiner Weise an diesen 70
Milliarden (Euro) beteiligt sein», sagte Radew vor Journalisten in
der Kleinstadt Twardiza, wie die bulgarische Nachrichtenagentur BTA
berichtete.
Der bulgarische Regierungschef erinnerte daran, dass die EU der
Ukraine im vergangenen Jahr 90 Milliarden Euro für die Jahre 2026 und
2027 bewilligt hatte. Für dieses Darlehen hatten drei EU-Staaten -
Ungarn, Tschechien und die Slowakei - ausgehandelt, nicht an den
Kosten beteiligt zu werden. Bulgarien war allerdings daran noch
beteiligt.
Radew für Ende des Ukraine-Kriegs
Der Ukraine-Krieg erschöpfe die europäischen Volkswirtschaften und
führe zu sozialer Spannung und politischer Instabilität, sagte Radew.
Er rief zu einem möglichst baldigen Ende des Krieges auf. «Der
Ausgang wird nicht mit militärischen Mitteln erreicht werden.»
