Neue Strategie: EU-Kommission will Kurswechsel bei Fischfang

20.10.2026 18:32

Schwankende Energiekosten, Klimawandel und schrumpfende Fischbestände
setzen Europas Fischerei unter Druck. Die EU-Kommission will
gegensteuern - sie legt erste Vorschläge vor.

Straßburg (dpa) - Die EU-Kommission will Fischfang und -zucht in den
nächsten 15 Jahren widerstandsfähiger und nachhaltiger gestalten.
Ihre Strategie bis 2040 setzt unter anderem auf moderne und
klimafreundlichere Flotten, weniger unerwünschte Beifänge,
Unterstützung für kleine Fischereibetriebe, Schutz vor unfairer
globaler Konkurrenz sowie mehr Nachfrage nach Fisch und
Meeresfrüchten aus der EU, wie die Kommission mitteilte.

Der Fischsektor sehe sich mit wachsenden Herausforderungen wie zum
Beispiel schwankenden Energiekosten und dem Klimawandel, rückläufigen
Beständen, Wettbewerb um Meeresraum und einer alternden Belegschaft
konfrontiert, sagte EU-Fischereikommissar Costas Kadis bei der
Vorstellung der Strategie in Straßburg. Konkrete Gesetzesvorschläge
stehen allerdings noch aus.

Energiewende für Schiffe

Um dem zu begegnen, sollen in der Fischerei Investitionen in
effizientere Schiffe gefördert werden. Um Verbraucherinnen und
Verbraucher dazu zu bewegen, Fisch und Meeresfrüchten aus der EU zu
kaufen, will die Kommission bis 2029 eine digitale Rückverfolgbarkeit
für alle Produkte entlang der Lieferkette fördern.

Außerdem will die Kommission gemeinsam mit der Branche neue Lösungen
finden, um unerwünschten Beifang von Fisch zu vermeiden. Die
Verpflichtung für Fischer, alle gefangenen regulierten Arten an Land
zu bringen, brachte nach ihrer Einschätzung nicht die erhofften
Ergebnisse. Nun sollen neue Technologien und eine umfassendere
Dokumentation der Fänge helfen.

Mehr als 200.000 Arbeitsplätze

Im kommenden Jahr will die Kommission eine Strategie vorlegen, die
mehr junge Menschen für die Branche gewinnen soll. «Das Interesse
junger Menschen, diesen Beruf zu ergreifen, ist gering», sagte Kadis.
In der EU arbeiten nach Kommissionsangaben mehr als 200.000 Menschen
in dem Fischerei- und Aquakultursektor. Hinzu kommen demnach viele
weitere Beschäftigte in Verarbeitung, Handel und Vertrieb.