Trump-Gesandter Witkoff zu Ukraine-Gesprächen in Russland
21.10.2026 09:26
Erst traf US-Unterhändler Witkoff den ukrainischen Präsidenten und
europäische Verbündete in Oslo. Nun ist er in St. Petersburg und will
den Russen neue Friedensvorschläge vorlegen.
Moskau (dpa) - Nach Gesprächen mit dem ukrainischen Präsidenten
Wolodymyr Selenskyj in Oslo ist US-Unterhändler Steve Witkoff zu
Verhandlungen mit der russischen Führung in St. Petersburg
eingetroffen. Der russische Unterhändler Kirill Dmitrijew empfing
Witkoff am Morgen auf dem Flughafen Pulkowo, wie Staatsmedien
meldeten. Kurz nach der Landung meldeten die Behörden Drohnenalarm,
von dem auch Starts und Landungen des Flughafens betroffen waren.
Unklar war, ob die Ukraine tatsächlich während Witkoffs Besuch
angriff.
Witkoff hatte am Vorabend auch mit europäischen Spitzenpolitikern in
Norwegen gesprochen. Er will von den Europäern und Amerikanern
erarbeitete Vorschläge für eine Friedenslösung in dem russischen
Angriffskrieg nun Kremlchef Wladimir Putin unterbreiten.
Putin empfängt Witkoff im Konstantinpalast
Putins außenpolitischer Berater Juri Uschakow sagte, dass der
Präsident Witkoff im Konstantinpalast in der ersten Tageshälfte zu
Gesprächen empfange. Die US-Regierung hoffe darauf, dass der
ausgearbeitete Friedensvorschlag «den Weg zu direkten trilateralen
und dann auch breiter angelegten multilateralen Verhandlungen ebnet»,
sagte ein US-Beamter dem Nachrichtenportal «Axios».
Die Ukraine habe in Oslo neue Ideen und Vorschläge präsentiert, die
im Detail besprochen worden seien. Es habe «bedeutsame Fortschritte»
und «starke Übereinstimmungen auf Arbeitsebene» gegeben, hieß es.
Witkoff soll danach nach Oslo zurückkehren
Der norwegische Regierungschef Jonas Gahr Støre hat dem Fernsehsender
NRK gesagt, dass Witkoff nach seinen Treffen in Russland nach Oslo
zurückkehrt. «Es wird wohl ein Treffen am Flughafen. Die Erwartung
ist, dass es eine Art Rückmeldung wird», hat Støre gesagt. «Ich
glaube, dass wir uns vielleicht in einer Phase befinden, in der sich
auch die Russen nach Möglichkeiten für Diplomatie umsehen.»
Die Ukraine wehrt sich seit mehr als viereinhalb Jahren mit
westlicher Hilfe gegen den russischen Angriffskrieg. Die Lage hat
sich für das Land in der kalten Jahreszeit angesichts massiver
russischer Angriffe auf die Energieinfrastruktur massiv verschärft,
weil Kiew auch nicht ausreichend Mittel für die Flugabwehr hat.
Russland hofft darauf, mit einem weiteren Kriegswinter den Widerstand
der Ukrainer zu brechen. Selenskyj hatte zuletzt eine Waffenruhe für
gegenseitige Angriffe auf Energieanlagen befürwortet. Putin lehnte
das bisher ab.
