EU verlangt von SpaceX volle Starlink-Dienste für Ukraine
21.10.2026 15:05
Die EU nennt Berichte über eingeschränkte Starlink-Dienste in der
Ukraine «äußerst besorgniserregend». An die Adresse von Elon Musk
gibt es nun eine klare Ansage.
Brüssel (dpa) - Die EU hat die Berichte über eine von SpaceX-Gründer
Elon Musk angeordnete Drosselung des Satelliteninternets Starlink für
die Ukraine als «äußerst besorgniserregend» bezeichnet und einen
sofortigen Kurswechsel gefordert. «SpaceX muss die vollständigen
Dienste für die Ukraine dringend wiederherstellen, denn die Ukraine
benötigt diese kritischen Verbindungen», sagte ein Sprecher der von
Ursula von der Leyen geführten EU-Kommission in Brüssel. Die Ukraine
brauche das Satelliteninternet, um ihre Soldaten miteinander in
Verbindung zu halten, ihre Bürger zu schützen und die Drohnen zu
steuern, die sie zur Verteidigung ihres Staatsgebiets benötige.
Der Sprecher ergänzte, dass der Krieg in der Ukraine zeige, wie stark
Europas Sicherheit vom Weltraum abhänge. Deshalb arbeite die EU unter
anderem aktiv an der Entwicklung und dem Aufbau eines neuen
Satellitennetzwerks mit dem Namen IRIS2. Die Konstellation werde aus
mehr als 300 Satelliten bestehen und solle sowohl für zivile als auch
für militärische Zwecke bestmögliche sichere Satellitenverbindungen
bereitstellen. «Wir werden die Ukraine selbstverständlich vollständig
daran beteiligen», betonte der Sprecher.
Musk soll mit Trump gesprochen haben
Zuvor hatten das «Wall Street Journal» und der Sender CBS News unter
Berufung auf mit der Sache vertraute Personen berichtet, dass Musk
hinter der Drosselung des Satelliteninternets Starlink für die
Ukraine stehe. Musk habe im Vorfeld der Entscheidung mehrere
Gespräche mit Regierungsvertretern geführt, berichtete CBS News. Er
wollte demnach Klarheit darüber gewinnen, wo Präsident Donald Trump
in dieser Angelegenheit steht. Laut dem «Wall Street Journal»
telefonierten Musk und Trump dann nach der Drosselung auch direkt
miteinander. Der Satellitendienst Starlink wird von SpaceX betrieben.
Musk ist Gründer, Chef und beherrschender Großaktionär des
Unternehmens.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte am Freitag beim
EU-Gipfel in Brüssel zu den Einschränkungen erklärt, dass mobile
Starlink-Terminals beim Einsatz in Drohnen ab einer bestimmten
Geschwindigkeit keine Verbindung mehr herstellten. Dadurch könnten
ukrainische Abfangdrohnen bestimmte russische Drohnen nicht mehr
bekämpfen und auch Drohnen für Angriffe auf militärische Ziele nicht
mehr wie üblich eingesetzt werden.
US-Außenminister Marco Rubio sagte vor Journalisten unterdessen, dass
weder Trump noch irgendjemand anderes aus der US-Regierung dem
Unternehmen «Änderungen an diesem System» befohlen habe: «Der
Präsident leitet dieses Unternehmen nicht und kann ihm keine
Anweisungen geben.» Rubio habe im Voraus keine Kenntnis über eine
Drosselung des Internets gehabt, sagte er weiter und behauptete,
Trump habe «nichts mit den Entscheidungen zu tun, die von Starlink
und Starshield und von Herrn Musk getroffen werden.» Rubio zufolge
handelt es sich bei Starlink um kommerziell genutztes
Satelliteninternet, während Starshield für militärische Zwecke
genutzt werden kann.
