Trump lobt Freilassung von US-Amerikaner durch Putin
21.10.2026 13:34
In St. Petersburg spricht US-Unterhändler Witkoff mit Kremlchef Putin
über Vorschläge für eine Lösung im Ukraine-Krieg. Zum Auftakt läs
st
Moskau zur Freude des US-Präsidenten einen Amerikaner frei.
Washington/St. Petersburg (dpa) - US-Präsident Donald Trump hat die
Freilassung des seit Jahren inhaftierten Amerikaners Stephen Hubbard
durch Kremlchef Wladimir Putin gelobt. «Für diese Freilassung war
kein «Austausch» erforderlich», teilte Trump in seinem sozialen
Netzwerk Truth Social mit. Die USA hätten keine Gegenleistung
erbringen müssen. Trump sprach von «einer für Russland beispiellosen
Situation». Putin hatte unlängst bereits einen anderen US-Amerikaner
freigelassen, ohne - wie sonst üblich - im Gegenzug die Freilassung
eines Russen zu verlangen.
Trump sagte, dass er Putin um die Freilassung Hubbards bei ihrem
jüngsten Telefonat gebeten habe. «Stephen ist auf dem Weg nach
Hause», erklärte er. Putin hatte kurz zuvor bei einem Treffen mit
Trumps Unterhändler Steve Witkoff in St. Petersburg erklärt, dass
Hubbard auf dem internationalen Flughafen Pulkowo sei. Witkoff sollte
von dort nach den Unterredungen mit Putin wieder abfliegen.
Hubbard sei aus humanitären Erwägungen freigelassen worden, erklärte
Kremlsprecher Dmitri Peskow. Er war 2024 zu langer Haft verurteilt
worden, weil er als Söldner an der Seite der ukrainischen
Streitkräfte gegen russische Truppen gekämpft haben soll. Witkoff
dankte Putin für die Freilassung des 75-Jährigen. Hubbards Familie
und die Amerikaner seien froh darüber, sagte er.
Russland prüft neue Vorschläge für Friedenslösung
In St. Petersburg dauerten derweil die Verhandlungen zwischen Putin
und Witkoff über neue Vorschläge der Ukrainer, Europäer und
Amerikaner zur Beendigung des Krieges an. Peskow sagte, dass Russland
die von Witkoff von seinen Gesprächen in Oslo mitgebrachten
Vorschläge prüfen werde.
Zugleich betonte Putins Vertrauter im Interview des russischen
Staatsfernsehens erneut, dass es Sache der ukrainischen Seite sei,
die notwendigen Schritte für einen Frieden zu ergreifen. Peskow
verwies auf US-Präsident Trump, der zuletzt Zweifel an einem
Friedenswillen des ukrainischen Staatschefs Wolodymyr Selenskyj
geäußert hatte. Für die Ukraine werde sich die Lage nur weiter
verschlechtern, wenn sie nicht einlenke, warnte Peskow.
Russland fordert seit langem als Bedingung für einen
Waffenstillstand, dass sich die Ukraine komplett aus dem Gebiet
Donezk zurückzieht. Kiew kontrolliert dort aber noch strategisch
wichtige Städte. Selenskyj hatte deshalb ein solches Geschenk an
Putin, das für Kiew einer Kapitulation gleichkäme, stets kategorisch
abgelehnt.
