Rom: Italien und Spanien beenden gegenseitige Grenzkontrollen

22.10.2026 10:52

Nach der Ankunft Zehntausender Migranten in der spanischen Exklave
Ceuta entbrannte zwischen den beiden EU-Partnern ein Streit.
Grenzkontrollen wurden wieder eingeführt. Nun gibt es eine Einigung.

Rom/Madrid (dpa) - Italien und Spanien wollen nach Angaben des
italienischen Innenministeriums ihre gegenseitigen Grenzkontrollen
nicht weiter verlängern. Darauf hätten sich die Innenminister beider
Länder, Matteo Piantedosi und Fernando Grande-Marlaska, in einem
Telefongespräch verständigt, teilte das Ministerium in Rom mit. Aus
Madrid gab es zunächst keine Angaben dazu. Der Streit zwischen den
EU-Ländern hatte Ende Juli mit der Ankunft Zehntausender Migranten in
der spanischen Nordafrika-Exklave Ceuta begonnen. 

Italien hatte damals Kontrollen an Häfen und Flughäfen eingeführt,
Spanien zog nach. Die Maßnahmen liefen bislang bis zum heutigen
Donnerstag. Die Entscheidung, sie nun nicht weiter zu verlängern, sei
nach sorgfältiger Analyse der Lage gefallen, teilte das italienische
Innenministerium mit. Zugleich solle der Informationsaustausch
zwischen beiden Ländern verstärkt werden, um die Sicherheit des
Schengenraums zu gewährleisten, hieß es weiter.

Zuvor Schlagabtausch zwischen Rom und Madrid

Die rechte Regierung von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni in Rom
und die linke Regierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez in Madrid
liegen wegen des Umgangs mit Flüchtlingen seit längerem im Streit.
Italien hatte die Kontrollen mit Risiken für die innere Sicherheit
und der Gefahr einer «terroristischen Unterwanderung» begründet.
Spaniens Außenminister José Manuel Albares hatte die Maßnahme als
«Schande» bezeichnet.

Rom argumentierte bei der Einführung der Kontrollen, die Grenzen
müssten wegen des Andrangs von Migranten auf Ceuta geschützt werden.
Es gibt jedoch keine Hinweise darauf, dass sich von dort jemand auf
den Weg gemacht hätte. Die Migranten durften nicht einmal auf das
spanische Festland. Die nun vereinbarte Entscheidung der
Innenminister folge auf ein Treffen von Meloni und Sánchez beim
Europäischen Rat vergangene Woche, hieß es aus Rom.