Merz sagt Westbalkan-Staaten persönliche Unterstützung zu

22.10.2026 12:47

Die Westbalkanstaaten warten seit vielen Jahren auf einen
EU-Beitritt. Der Kanzler reist zum zweiten Mal innerhalb weniger
Monate nach Montenegro, um den Prozess zu unterstützen.

Budva (dpa) - Bundeskanzler Friedrich Merz hat sich eindringlich für
eine zügige Heranführung der Westbalkanstaaten an die Europäische
Union starkgemacht. «Ihr Beitritt zur EU ist es, den wir uns
wünschen», sagte der CDU-Politiker bei einem Gipfeltreffen mit den
Staats- und Regierungschefs von sechs Balkanstaaten in Montenegro.
«Sie können sich auf Deutschland und meine persönliche Unterstützun
g
verlassen.»

Gleichzeitig forderte Merz die Länder auf, ihre Reformen zu
verstärken. «Wir als EU haben unseren Teil geleistet, aber auch Sie
müssen Ihren Teil leisten. Die Reformen und der politische Wille
müssen von Ihnen kommen.»

Albanien, Bosnien-Herzegowina, das Kosovo, Montenegro, Nordmazedonien
und Serbien warten zum größten Teil seit vielen Jahren auf eine
Aufnahme in die EU. Am nächsten an einer Aufnahme ist derzeit das
Gastgeberland Montenegro. Es wird erwartet, dass die Verhandlungen
mit dem Land spätestens im nächsten Jahr abgeschlossen werden.

Prozess von Merkel gestartet

Der Gipfel in einer Luxusvilla an der Adria findet im Rahmen des
sogenannten Berlin-Prozesses statt, der 2014 von der damaligen
Kanzlerin Angela Merkel (CDU) initiiert wurde, um die EU-Annäherung
der sechs Staaten zu fördern. 

Deutschland und Frankreich hatten im Juni eine neue Initiative für
eine Beschleunigung des Aufnahmeprozesses gestartet. In einem
gemeinsamen Positionspapier sprachen sich die beiden Länder für erste
Integrationsschritte schon vor einer Vollmitgliedschaft aus, um
Anreize für Reformen zu schaffen. Die Erfüllung gewisser
Aufnahmekriterien soll etwa mit einem privilegierten Zugang zum
EU-Binnenmarkt oder der Entsendung von Beobachtern in
EU-Institutionen belohnt werden.