Nach Coca-Cola und Nestlé: Auch Danone ändert Flaschen

22.10.2026 15:34

Stimmt das? «100 Prozent recycelt»? Verbraucherschützer warfen drei
großen Konzernen Greenwashing vor. Inzwischen haben alle drei sich
bereiterklärt, ihre Werbung zu ändern.

Brüssel (dpa) - Nach den Zugeständnissen der Getränkehersteller
Coca-Cola und Nestlé ändert auch Danone die Recycling-Werbung auf
Plastikflaschen. Alle drei Konzerne erklärten sich nach einer
Beschwerde von Verbraucherschützern und Gesprächen unter Leitung der
EU-Kommission bereit, Aussagen zur eigenen Nachhaltigkeit zu
präzisieren, wie aus einer Mitteilung der Brüsseler Behörde
hervorgeht. 

Wörtchen fliegt raus, Einschränkung kommt dazu 

Konkret soll künftig auch bei Danone der Behauptung «100 Prozent
recycelt» einschränkend «ohne Deckel und Etikett» hinzugefügt wer
den.
Beim Hinweis «Recycle mich nochmal» (englisch: «Recycle me again»)

soll zudem auf das «nochmal» verzichtet werden. Damit soll der
Eindruck vermieden werden, eine Flasche sei schon vor dem Kauf
recycelt worden. Die Zusagen gelten auch für Werbung auf Websites
sowie in sozialen Netzwerken. 

Damit passen sie ihre Werbung der EU-Kommission zufolge an
europäische Regeln zum Verbraucherschutz an. Coca-Cola und Nestlé
hatten bereits in den vergangenen Monaten begonnen, den Aufdruck
ihrer Flaschen zu ändern. 

Verbrauchschützer hatten Beschwerde eingereicht 

Auslöser war eine Beschwerde des Verbraucherverbands Beuc aus dem
November 2023, der den Konzernen sogenanntes Greenwashing vorgeworfen
hatte. Greenwashing sind umweltbezogene Werbeversprechen, die für
Produkte gemacht werden, die diese Versprechen vielleicht gar nicht
einlösen. 

Der Verband kritisierte, dass Deckel und Etiketten selten aus
Recyclingmaterial bestünden und die Flaschen nicht endlos recycelt
werden könnten. «Die Verbraucher müssen den Umweltversprechen der
Unternehmen vertrauen können», sagte Beuc-Chef Augustín Reyna. Zu
suggerieren, dass Plastikgetränkeflaschen keine Auswirkungen auf die
Umwelt haben, sei irreführend und müsse aufhören. 

Beuc begrüßte die Erklärungen der Firmen. «Wir erwarten von den
Behörden, dass sie überprüfen, ob alle drei Händler ihre Verspreche
n
einhalten», teilte die Organisation mit.