EU-Minister beraten über Ostseefangmengen und Agrarpolitik

25.10.2026 17:30

Für Heringsfischer an der Ostsee könnte eine wichtige Ausnahme
wegfallen. Halten die EU-Minister daran fest? Und wie viel Fisch darf
2027 gefangen werden? Außerdem geht es um Agrarpolitik.

Luxemburg (dpa) - Die für Fischerei zuständigen Ministerinnen und
Minister der EU beraten am Montag (10.00 Uhr) über die
zulässigen Fischfangmengen in der Ostsee. Fische wie Hering und
Dorsch, die in der Vergangenheit für das Auskommen deutscher
Ostseefischer gesorgt haben, dürfen bereits jetzt nicht mehr gezielt
oder nur in Ausnahmen gefangen werden. Künftig sollen es aus Sicht
der EU-Kommission noch weniger sein.

Die Behörde hat vorgeschlagen, die erlaubten Höchstmengen für den
unbeabsichtigten Beifang von Hering und Dorsch in der westlichen
Ostsee weiter zu senken. Eine Ausnahme, die den begrenzten Fang von
Westhering mit kleinen Booten und passivem Fanggerät, etwa
Stellnetzen, noch ermöglicht, solle zudem wegfallen. Überfischung,
aber auch Klima- und Umweltfaktoren haben Fischbeständen stark
zugesetzt.

Auch Erhöhungen vorgeschlagen

Bei anderen Beständen schlägt die EU-Kommission hingegen eine
Erhöhung der zulässigen Fangmengen vor, etwa bei Sprotte oder
östlicheren Heringsbestände. Ihre Vorschläge begründet sie mit dere
n
Zustand.

Die Verhandlungen über die Fangquoten sind traditionell schwierig,
sie ziehen sich oft über Stunden bis in die Nacht, manchmal auch in
den nächsten Tag. Grundlage ist eine Vorlage der EU-Kommission, die
in erster Linie auf wissenschaftlichen Empfehlungen beruht.

Agrarpolitik soll reformiert werden

Bundesagrarminister Alois Rainer (CSU) und seine Kolleginnen und
Kollegen verhandeln außerdem über die Reform der Gemeinsamen
Agrarpolitik (GAP) der kommenden Jahre. Die irische
Ratspräsidentschaft möchte bei dem zweitägigen Treffen eine Einigung

über verschiedene strittige Punkte erzielen.