Tschechien will Landeswährung Krone in Verfassung verankern

26.10.2026 15:51

Tschechien hat sich beim EU-Beitritt zur Einführung des Euros
verpflichtet, sobald die Kriterien erfüllt sind. Doch nun soll die
Krone Verfassungsrang bekommen. Wie stehen die Chancen dafür?

Prag (dpa) - Die rechtspopulistische Regierung in Tschechien will die
Krone als Landeswährung in der Verfassung verankern. Das Kabinett in
Prag billigte einen entsprechenden Gesetzentwurf. Für die Änderung
müssten mindestens 120 der 200 Vertreter im Abgeordnetenhaus und drei
Fünftel der anwesenden Senatoren im Oberhaus des Parlaments stimmen.
Nötig wären zahlreiche Stimmen der Opposition. Beobachter halten das
für unwahrscheinlich, aber nicht für ausgeschlossen.

Ministerin spricht von politischer Geste

Finanzministerin Alena Schillerova sprach von einer starken
politischen Geste, mit der man zeige, dass man den Euro nicht wolle.
Mit dem EU-Beitritt im Jahr 2004 verpflichtete sich Tschechien
eigentlich, die Gemeinschaftswährung einzuführen, sobald das Land die
Konvergenzkriterien erfüllt. Rund 77 Prozent der Teilnehmenden hatten
sich zuvor in einem Volksentscheid für den Beitritt zur Europäischen
Union ausgesprochen. 

Tschechien erfüllt nach früheren Angaben derzeit drei der vier
Konvergenzkriterien. Es hapert einzig und allein an der
Wechselkursstabilität. Die tschechische Krone existiert in ihrer
heutigen Form seit dem Februar 1993. Nach dem Zerfall der
Tschechoslowakei führten damals die Nachfolgestaaten Tschechien und
Slowakei ihre eigenen Währungen ein. Die kleinere Slowakei wechselte
bereits zum 1. Januar 2009 zum Euro.

Seit Dezember regiert in Tschechien eine Koalition aus der
rechtspopulistischen ANO des Milliardärs Andrej Babis mit zwei
Kleinparteien am äußeren rechten Rand. Am Wochenende gingen
Zehntausende auf die Straßen, um für Medienfreiheit und gegen eine
geplante umstrittene Reform des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und
Fernsehens zu protestieren.