Bericht: EU droht Meeresschutzziel für 2030 zu verfehlen

26.10.2026 17:00

Der Europäische Rechnungshof hat untersucht, ob die EU ihre
Meeresschutzziele für 2030 erreichen kann. Das Ergebnis fällt
ernüchternd aus.

Luxemburg (dpa) - Die EU droht ihre Meeresschutzziele für 2030 zu
verfehlen. Nach Einschätzung des Europäischen Rechnungshofs steht
nicht nur zu wenig Meeresfläche unter Schutz. Vielerorts fehlen auch
konkrete Regeln, damit der Schutz tatsächlich wirkt, wie die
unabhängigen Prüfer des Rechnungshofs in einem Bericht feststellten.

Hintergrund ist die EU-Biodiversitätsstrategie. Diese sieht vor, dass
bis 2030 mindestens 30 Prozent der EU-Gewässer unter Schutz gestellt
werden. 10 Prozent dieser Meeresfläche sollen zudem streng geschützt
werden - Fischerei ist dort nicht erlaubt. Laut dem Bericht sind
derzeit rund 14 Prozent der Meeresgewässer als Schutzgebiete
ausgewiesen, weniger als ein Prozent steht unter strengem Schutz. 

Schutzgebiete allein reichen nicht 

Die Prüfer bemängeln vor allem, dass der Status als Schutzgebiet oft
nicht mit wirksamen Regeln verbunden ist. Dauerhafte
Fangbeschränkungen gelten laut Rechnungshof nur auf rund 15 Prozent
der Fläche der Meeresschutzgebiete. Fischerei und andere Tätigkeiten,
die den Meeresboden schädigen, gehören dem Bericht zufolge zu den
großen Gefahren für die Artenvielfalt.

Hinzu kommen Probleme bei Personal und Finanzierung. In manchen
Gebieten fehlten außerdem Pläne zur Anpassung an den Klimawandel. Der
Rechnungshof fordert deshalb konkretere Schutzmaßnahmen und eine
engere Zusammenarbeit von EU-Staaten und Kommission. Auch Menschen in
den Küstenregionen sollten stärker in Entscheidungen einbezogen
werden.

Verbesserungsbedarf sieht auch die EU-Kommission. Sie akzeptiert die
Empfehlungen des Rechnungshofs und will gemeinsam mit den
Mitgliedstaaten etwa Hindernisse bei Fischereischutzmaßnahmen
untersuchen. Zudem will sie prüfen, wie die Verfahren effizienter
werden können.