Verstoß gegen Einigung? US-Kritik an EU-Kredit für Airbus

27.10.2026 13:26

Die Europäische Investitionsbank will Flugzeugbauer Airbus mit einer
Rekordsumme fördern. Der US-Handelsbeauftragte protestiert - und
erinnert an ein Abkommen zwischen EU und USA.

Washington (dpa) - US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer hat die
Rekordförderung der EU für Flugzeughersteller Airbus scharf
kritisiert und vor einem Verstoß gegen ein Handelsabkommen gewarnt.
«Ich hatte aufrichtig gehofft, dass handelsverzerrende europäische
Subventionen für Airbus der Vergangenheit angehören», teilte Greer
mit. 

Trotz mehrerer Anfragen lägen ihm weiter keine Einzelheiten zu dem
Drei-Milliarden-Euro Kredit vor, den die Europäische Investitionsbank
(EIB) im Juni angekündigt hatte. Greer kritisierte, die aktuelle
Situation führe zu erheblicher Unsicherheit und schrieb davon, «einen
Verstoß gegen die Bedingungen unseres hart erkämpften LCA-Abkommens
zu vermeiden». 

EIB weist Vorwurf zurück

Die EIB ist als EU-Institution für langfristige Finanzierungen
zuständig. Die Eigentümer sind die Mitgliedstaaten. Die EIB hatte im
Juni mitgeteilt, Airbus solle mit dem Rekordkredit seine
technologische Führungsrolle in der zivilen und militärischen
Luftfahrt weiter ausbauen. 

Eine EIB-Sprecherin teilte der Deutschen Presse-Agentur mit: «Das
EIB-Darlehen an Airbus wurde im Rahmen der regulären Kreditvergabe
der Bank an Unternehmen zu marktüblichen Konditionen und in
Übereinstimmung mit den Standardkreditvergabeverfahren der EIB sowie
den geltenden Anforderungen gewährt.» Der US-Handelsbeauftragte habe
nicht in direktem Kontakt mit der EIB gestanden. Während des gesamten
Prozesses habe die Bank «eine enge und konstruktive Zusammenarbeit
mit der Europäischen Kommission gepflegt».

Einigung hatte Streit um Hilfen für Boeing und Airbus beigelegt

Die USA und die EU hatten sich jahrelang unter anderem vor der
Welthandelsorganisation (WTO) wegen staatlicher Hilfen für den
europäischen Flugzeugbauer Airbus und seinen US-Rivalen Boeing
gestritten. US-Präsident Donald Trump hatte in seiner ersten Amtszeit
den Konflikt mit der Einführung von Strafzöllen auf Stahl- und
Aluminiumimporte aus der EU eskaliert, die EU hatte mit Sonderabgaben
für US-Einfuhren reagiert. 

2021 legten die beiden Seiten unter dem damaligen US-Präsidenten Joe
Biden und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen den Streit
bei. Sie einigten sich darauf, die wechselseitigen Vergeltungszölle
auszusetzen und großen Herstellern von Zivilflugzeugen Finanzmittel
zu marktüblichen Konditionen zur Verfügung zu stellen (LCA-Abkommen).