Antisemitismusbeauftragte: «Jude» darf kein Schimpfwort sein
28.10.2026 00:01
Katharina von Schnurbein tritt heute die Nachfolge von Felix Klein in
der Bundesregierung an. Ihr erklärtes Ziel klingt einfach.
Berlin (dpa) - Die neue Antisemitismusbeauftragte der
Bundesregierung, Katharina von Schnurbein, wünscht sich nach eigener
Aussage vor allem Normalität für Jüdinnen und Juden in Deutschland.
«Ziel muss sein, dass jüdische Kinder auf dem Schulhof nicht
angefeindet werden, dass «Jude» kein Schimpfwort ist und dass Kinder,
die in jüdische Schulen gehen, nicht hinter Polizeischutz und
Panzerglas sitzen müssen», sagte die Politikwissenschaftlerin in
einem Interview der «Rheinischen Post».
Nicht zuletzt müsse Deutschland bei der Bekämpfung von Antisemitismus
auch der «europäische Motor» werden, sagte von Schnurbein weiter, die
zuvor Antisemitismusbeauftragte der EU war.
Die Beauftragte der Bundesregierung für jüdisches Leben in
Deutschland und den Kampf gegen Antisemitismus ist Teil der
Bundesregierung. Das Amt wurde 2018 geschaffen und ist im
Bundesinnenministerium angesiedelt.
Von Schnurbein tritt am heutigen Mittwoch die Nachfolge von Felix
Klein an, der nach acht Jahren im Amt als Diplomat zur Organisation
für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit nach Paris
gewechselt war.
