Kanada wird vorerst kein assoziiertes EU-Mitglied
29.10.2026 00:12
Für Kanada sollte der EU-Gipfel weitreichende Zusagen bringen, auch
bei Finanzmärkten und wirtschaftlicher Sicherheit. Nun scheint es
anders zu kommen.
Brüssel (dpa) - EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen ist
mit ihrem Vorstoß für eine assoziierte EU-Mitgliedschaft Kanadas
vorerst gescheitert. Wie die Deutsche Presse-Agentur von Diplomaten
in Brüssel erfuhr, sorgten Bundeskanzler Friedrich Merz und mehrere
andere Staats- und Regierungschefs von EU-Ländern dafür, dass die
Begriffe «assoziierte Mitgliedschaft» und «assoziiertes Mitglied» a
us
dem Entwurf für die geplante Abschlusserklärung des an diesem
Donnerstag beginnenden EU-Kanada-Gipfels gestrichen wurden. Auch
ursprünglich vorgesehene weitreichende Zusagen zur
Finanzmarktintegration und gegenseitigen Vorzugsbehandlung bei
Maßnahmen zur wirtschaftlichen Sicherheit wurden abgeschwächt.
Stattdessen ist jetzt im Text davon die Rede, dass man bis zum
EU-Kanada-Gipfel im kommenden Jahr ein Konzept für eine «immer engere
Anbindung Kanadas an die EU» entwickeln will. Er wurde am
Mittwochabend in einem schriftlichen Verfahren von den EU-Staaten
angenommen und soll am Freitag zum Abschluss des zweitägigen Gipfels
in Montreal veröffentlicht werden.
Bei dem Treffen in Montreal hatte EU-Kommissionspräsidentin Ursula
von der Leyen die «assoziierte Mitgliedschaft» Kanadas eigentlich
offiziell auf den Weg bringen wollen. Sie hatte diese zuvor im
September in einer Rede im Beisein des kanadischen Premierministers
Mark Carney vorgeschlagen.
