Bundesregierung für zügige Entscheidungen zur EZB-Spitze

29.10.2026 12:01

Die Präsidentin der Europäischen Zentralbank, Christine Lagarde, hat
ihren baldigen Rückzug angekündigt. Wie positioniert sich der große
Euro-Staat Deutschland?

Berlin (dpa) - Die Bundesregierung strebt angesichts des vorzeitigen
Rückzugs von Präsidentin Christine Lagarde zügige Entscheidungen üb
er
die künftige Spitze der Europäischen Zentralbank (EZB) an.
Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) sagte, mehrere zentrale
Positionen seien neu zu besetzen. «Deutschland wird sein Gewicht als
größter Staat im Euroraum einbringen, um eine breit getragene und
verantwortungsvolle neue Führungsspitze der EZB zu bilden.» 

Klingbeil sagte, man werde gemeinsam im Euroraum darüber beraten und
zeitnah entscheiden. Er sei mit Kanzler Friedrich Merz (CDU) und
seinen europäischen Amtskolleginnen und Amtskollegen hierzu im engen
Austausch. 

Klingbeil: Stabiler Euro auch in Krisen 

Der Vizekanzler sagte, unter der Führung Lagardes habe die EZB den
Euro auch in Krisenzeiten stabil gehalten: «Als die Corona-Pandemie
Europa hart getroffen hat, als Russland die Ukraine überfallen hat,
genauso wie zuletzt angesichts der wirtschaftlichen Erschütterungen
durch den Iran-Krieg.» Er habe großen Respekt vor Lagardes Arbeit als
EZB-Präsidentin und danke ihr herzlich. 

Wie die EZB mitteilte, gibt die Französin ihren Posten zum 7. Februar
2027 auf. Regulär wäre ihre achtjährige Amtszeit bis Ende Oktober
2027 gelaufen.