So wird die Lagarde-Nachfolge bestimmt
29.10.2026 14:45
Nach Christine Lagardes Ankündigung ihres Rücktritts als
EZB-Präsidentin ist das Rennen um ihre Nachfolge eröffnet. Doch wie
wird eigentlich entschieden, wer die Notenbank künftig leitet?
Brüssel (dpa) - Offiziell ernannt wird der Präsident oder die
Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB) durch die Staats- und
Regierungschefs der EU. Sie müssen sich mit sogenannter verstärkter
qualifizierter Mehrheit auf eine Kandidatin oder einen Kandidaten
verständigen, die oder der die Staatsangehörigkeit eines EU-Landes
innehat. Bevor es bei einem Treffen der Staats- und Regierungschefs,
dem sogenannten Europäischen Rat, aber zur Ernennung kommt, müssen
einige Schritte passieren.
Für die qualifizierte Mehrheit müssen mindestens 16 der 21
Euro-Länder mit «Ja» stimmen, die gleichzeitig mindestens 65 Prozen
t
des Euro-Währungsgebiets repräsentieren.
Zwar dürfte es beim Bestimmen der Nachfolge für den EZB-Chefposten
sehr viele informelle Gespräche geben. Formell aber schlagen zunächst
die Mitgliedstaaten Kandidatinnen und Kandidaten für die
Zentralbank-Spitze vor. Im Anschluss berät und verständigt sich die
Euro-Gruppe, das informelle Gremium der Wirtschafts- und
Finanzminister der Länder mit Euro, auf eine Personalie. Es ist
allerdings zu erwarten, dass sich diese Debatte auf die höchste Ebene
zu den Staats- und Regierungschefs verlagert.
Daran anschließend müssen das Europäische Parlament und der EZB-Rat
noch angehört werden. Der EZB-Rat ist das oberste Beschlussorgan der
Europäischen Zentralbank und besteht aus den Mitgliedern des
Direktoriums und den Zentralbank-Präsidenten der Euro-Länder. Nachdem
ihre Stellungnahmen angenommen sind, ernennen die Staats- und
Regierungschefs die neue EZB-Spitze offiziell.
