Prüfer sehen Schwachstellen bei Finanzen von EU-Agenturen

29.10.2026 17:23

Milliarden Euro verwalten die 43 EU-Agenturen wie Frontex oder EMA.
Bei ihrer Rechnungsführung zieht der Europäische Rechnungshof
insgesamt eine positive Bilanz. Etwas zu beanstanden gibt es
trotzdem.

Luxemburg (dpa) - Bei mehr als der Hälfte der EU-Agenturen hat der
Europäische Rechnungshof 2025 Schwachstellen im Umgang mit ihren
Finanzen festgestellt. Die Prüfer sahen ihrem Bericht zufolge bei 28
der insgesamt 43 Agenturen wie Frontex oder der Arzneimittel-Agentur
EMA einen Verbesserungsbedarf. «Deshalb brauchen wir unbedingt
strenge Kontrollen, um das Geld der Steuerzahler in der EU zu
schützen», teilte Petri Sarvamaa vom EU-Rechnungshof in Luxemburg
mit. Insgesamt hätten die Agenturen ihre Finanzen überwiegend gut
verwaltet. 

Öffentliche Aufträge bleiben Problem

Wie schon in früheren Jahren waren öffentliche Ausschreibungen laut
Rechnungshof die größte Fehlerquelle. Dabei ging es sowohl um die
Vergabeverfahren selbst als auch um die Abwicklung von Aufträgen.
Weitere Beanstandungen betrafen unter anderem Finanzhilfen und
Personalfragen.

42 der 43 Agenturen bescheinigte der Rechnungshof eine zuverlässige
Rechnungsführung. Einzige Ausnahme war das Europäische Innovations-
und Technologieinstitut (EIT), das unter anderem die Zusammenarbeit
von Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen fördert. Aus
Sicht der Prüfer hätte das EIT in seiner Jahresrechnung etwa stärker

berücksichtigen müssen, dass es Forderungen in Millionenhöhe
möglicherweise nicht vollständig zurückbekommt. 

Budget wächst auf 5,9 Milliarden Euro

Die 43 Agenturen haben ihren Sitz in 23 EU-Staaten und beschäftigten
Ende 2025 mehr als 17.000 Menschen. Sie übernehmen technische,
wissenschaftliche, regulatorische oder operative Aufgaben - etwa beim
Grenzschutz, bei Arzneimitteln oder der Lebensmittelsicherheit.

Ihre Haushalte beliefen sich 2025 insgesamt auf 5,9 Milliarden Euro.
Im Vorjahr waren es 5,3 Milliarden Euro. Damit entfielen in beiden
Jahren rund vier Prozent des gesamten EU-Haushalts auf die Agenturen.