Deutscher übernimmt an Spitze der EU-Staatsanwaltschaft
01.11.2026 00:05
Die EU-Staatsanwaltschaft ermittelt in Tausenden Fällen mit einem
geschätzten Schaden in Milliardenhöhe. Nun übernimmt ein deutscher
Jurist die Leitung.
Luxemburg (dpa) - Der deutsche Top-Jurist Andrés Ritter übernimmt die
Leitung der Europäischen Staatsanwaltschaft. Seine siebenjährige
Amtszeit startet ab dem 1. November. Er wurde im Frühjahr von den
EU-Mitgliedstaaten sowie dem Europaparlament zum Europäischen
Generalstaatsanwalt ernannt.
Ritter nahm 1995 seine Arbeit als Staatsanwalt auf und wurde 2008
stellvertretender Generalstaatsanwalt des Landes
Mecklenburg-Vorpommern. Anschließend leitete er verschiedene
Staatsanwaltschaften, darunter von 2013 bis 2020 diejenige für
Wirtschaftskriminalität und Cyberkriminalität in Rostock, bevor er
zum ersten europäischen Staatsanwalt aus Deutschland ernannt wurde.
Ritter bisher stellvertretender Chefankläger
Seit 2020 war Ritter Stellvertreter der bisherigen Chefanklägerin
Laura Kövesi aus Rumänien, die sieben Jahre lang als Erste an der
Spitze der EU-Behörde stand.
Die Europäische Staatsanwaltschaft (EuStA, auf Englisch: Eppo) mit
Sitz in Luxemburg deckt jährlich grenzüberschreitende Betrugsfälle in
Milliardenhöhe auf. Ihrem Jahresbericht zufolge arbeiteten die
Ermittler zum Stichtag Ende 2025 an einer Rekordzahl von 3.602
aktiven Fällen mit einem geschätzten Gesamtschaden von gut 67
Milliarden Euro. Der Großteil des Schadens ist mit 45 Milliarden Euro
nach Angaben der Behörde auf Zoll- und Mehrwertsteuerbetrug
zurückzuführen.
