Söder: Deutschland sollte militärisch in Katar präsent sein
03.11.2026 11:50
Auf seiner Reise durch mehrere arabische Länder geht es dem CSU-Chef
nicht nur ums Geld. Mit Blick auf eine Bedrohung durch den Iran
wünscht sich Söder auch an anderer Stelle engere Zusammenarbeit.
Doha/München (dpa) - Für eine engere Zusammenarbeit mit Staaten in
der Golfregion wünscht sich CSU-Chef Markus Söder eine militärische
Präsenz in Katar. Es sei wichtig, dass Deutschland «zumindest sich
hier sehen lässt», sagte der bayerische Ministerpräsident am Dienstag
nach einem Treffen mit dem Emir von Katar, Tamim bin Hamad Al Thani,
in der Hauptstadt Doha. Söder schlug einen Besuch des
Bundesverteidigungsministeriums und «vielleicht keine Truppenteile,
aber technisches Personal bei weiteren Ausbildungsfragen» vor.
Söder sagte, dass andere Länder wie Großbritannien und Frankreich
solche Schritte schon gegangen seien: «Ich finde, wir Deutschen
sollten uns auch hier präsent zeigen.» Wer auf Dauer wirtschaftlich
erfolgreich sein wolle, brauche als zweite Komponente Vertrauen und
Sicherheit.
Wirtschaftsgipfel in München angekündigt
Der CSU-Chef besuchte bei seiner Reise am Dienstag auch eine
Werkstatt des Rüstungsunternehmens KNDS auf einem Militärstützpunkt
und warb für Investitionen im Verteidigungssektor - mit besonderem
Fokus auf bayerische Firmen. «Der Verteidigungssektor ist extrem
wichtig», betonte Söder. «Man liegt hier 150 Kilometer vom Iran
entfernt. Deswegen ist das Interesse an Verteidigung einfach noch mal
höher als alles andere.»
Bayerns Ministerpräsident kündigte im Zusammenhang damit auch einen
Wirtschaftsgipfel in München im kommenden Jahr an - ähnlich wie vor
einigen Wochen mit den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE), die
Söder zuvor auf seiner Reise besucht hatte. Dort sei man beim Ausbau
der wirtschaftlichen Beziehungen schon sehr viel weiter als mit
Katar, sagte Söder. Der CSU-Chef erneuerte zudem seine Forderung,
eine Freihandelszone beider Länder mit der EU voranzutreiben. Daran
gebe es «großes Interesse» in Katar.
