Söder fordert engere militärische Zusammenarbeit mit Katar

03.11.2026 13:42

Auf seiner Reise durch mehrere arabische Länder geht es dem CSU-Chef
nicht nur ums Geld. Mit Blick auf eine Bedrohung durch den Iran
wünscht sich Söder auch an anderer Stelle mehr Kooperation.

Doha/München (dpa) - CSU-Chef Markus Söder wünscht sich eine engere
militärische Zusammenarbeit Deutschlands mit Katar. Es sei wichtig,
dass Deutschland «zumindest sich hier sehen lässt», sagte der
bayerische Ministerpräsident am Dienstag nach einem Treffen mit dem
Emir von Katar, Tamim bin Hamad Al Thani, in der Hauptstadt Doha.
Söder schlug einen Besuch des Bundesverteidigungsministeriums und
«vielleicht keine Truppenteile, aber technisches Personal bei
weiteren Ausbildungsfragen» vor.

Söder sagte, dass andere Länder wie Großbritannien und Frankreich
solche Schritte schon gegangen seien: «Ich finde, wir Deutschen
sollten uns auch hier präsent zeigen.» Wer auf Dauer wirtschaftlich
erfolgreich sein wolle, brauche als zweite Komponente Vertrauen und
Sicherheit. 

Wirtschaftsgipfel in München angekündigt

Der CSU-Chef besuchte bei seiner Reise am Dienstag auch eine
Werkstatt des Rüstungsunternehmens KNDS auf einem Militärstützpunkt
und warb für Investitionen im Verteidigungssektor - mit besonderem
Fokus auf bayerische Firmen. «Der Verteidigungssektor ist extrem
wichtig», betonte Söder. «Man liegt hier 150 Kilometer vom Iran
entfernt. Deswegen ist das Interesse an Verteidigung einfach noch mal
höher als alles andere.» 

Bayerns Ministerpräsident kündigte im Zusammenhang damit auch einen
Wirtschaftsgipfel in München im kommenden Jahr an - ähnlich wie vor
einigen Wochen mit den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE), die
Söder zuvor auf seiner Reise besucht hatte. Die Themenfelder wolle
man in einer gemeinsamen Kommission abklären.

Bei den VAE sei man beim Ausbau der wirtschaftlichen Beziehungen
schon sehr viel weiter als mit Katar, sagte Söder. Der CSU-Chef
erneuerte zudem seine Forderung, eine Freihandelszone beider Länder
mit der EU voranzutreiben. Daran gebe es «großes Interesse» in Katar.