Bericht: Amerikaner wetten 1,9 Milliarden Dollar auf Midterms

03.11.2026 15:34

In den USA haben die Zwischenwahlen begonnen, Millionen Amerikaner
entscheiden über die Zusammensetzung von Repräsentantenhaus und
Senat. Wettportale zeigen eine Tendenz.

Washington (dpa) - Kurz vor den Midterms in den USA haben die
Amerikaner laut einer Analyse fast zwei Milliarden Dollar auf die
Kongresswahlen gesetzt. Laut «Washington Post» wurden bis zum späten

Montagabend knapp 1,9 Milliarden Dollar (rund 1,7 Mrd. Euro) auf die
Zwischenwahlen gewettet. Die Einsätze verteilen sich demnach auf mehr
als 7.000 mögliche Ergebnisse - von der Aussage eines Kandidaten in
einer Wahlkampfrede bis hin zum allgemeinen Kräfteverhältnis im
Kongress.

Der größte Teil der Summe, etwa 1,3 Milliarden Dollar, wurde laut
«Washington Post» auf der Plattform Kalshi gehandelt, während der
Hauptkonkurrent Polymarket zufolge Handelsvolumina von etwa 600
Millionen Dollar verzeichnet habe.

«Die zunehmende Bedeutung dieser weitgehend unregulierten Märkte im
Vorfeld von Wahlen - auf denen Wetten auf die buchstäblichen
Mechanismen der Demokratie abgeschlossen werden - zeigt, wie tief sie
sich seit ihrem Aufkommen vor etwa vier Jahren im amerikanischen
Leben verankert haben», schrieb die «Washington Post».

Demokraten oder Republikaner: Wer liegt auf den Portalen vorn?

Bei der Frage, wer die Midterms gewinnt, weisen beide Prognosemärkte
laut dem Bericht tendenziell ähnliche Quoten auf. Kalshi
prognostiziert demnach vorsichtig, dass die Demokraten sowohl das
Repräsentantenhaus (93-prozentige Wahrscheinlichkeit) als auch den
Senat (74-prozentige Wahrscheinlichkeit) gewinnen. Eine Analyse der
«Washington Post» vom Juni ergab, dass Prognosemärkte zu den
Vorwahlen die Gewinnchancen eines Kandidaten recht genau einschätzen
konnten. 

Zugleich warnt die Zeitung vor vorschnellen Schlüssen: «Die
Republikaner haben immer noch eine Chance von 24 Prozent, die
Mehrheit im Senat zu behalten - das entspricht in etwa der
Wahrscheinlichkeit, zweimal eine Münze zu werfen und zweimal «Kopf»
zu erhalten -, was kaum eine Überraschung wäre, sollte es tatsächlich

passieren.»

Bei den Kongresswahlen werden am Dienstag alle 435 Sitze im
Repräsentantenhaus und 35 der 100 Senatsposten neu gewählt. Die
Republikaner von US-Präsident Donald Trump stehen unter Druck:
Umfrage zufolge könnten die Demokraten die Mehrheit im
Repräsentantenhaus erobern, während sich im Senat kein klares Bild
abzeichnet.

Die bisherige Summe der Einsätze bei den Zwischenwahlen liegt laut
«Washington Post» unter jener der Wahl 2024, als allein auf
Polymarket mehr als 3,6 Milliarden Dollar darauf gesetzt wurden, ob
Donald Trump oder Kamala Harris die Präsidentschaft gewinnen würde.