Grönländ gibt grünes Licht für Abkommen mit den USA

03.11.2026 18:31

Das grönländische Parlament hat Ja zum neuen Sicherheitsabkommen mit
den USA gesagt. Jetzt muss Dänemark noch zustimmen. Dann kann die
Vereinbarung in Kraft treten.

Nuuk (dpa) - Das grönländische Parlament hat grünes Licht für ein
neues Sicherheits- und Verteidigungsabkommen mit den USA gegeben. Bei
einer Abstimmung am Dienstag stimmte der Nachrichtenagentur Ritzau
zufolge eine Mehrheit für die Vereinbarung, die US-Präsident Donald
Trump, die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen und der
grönländische Regierungschef Jens-Frederik Nielsen im September am
Rande der UN-Generalversammlung in New York unterzeichnet hatten.
Demnach sprachen sich 16 Abgeordnete für das Abkommen aus, sieben
enthielten sich. Gegenstimmen gab es nicht.

Nun steht noch die Zustimmung des dänischen Parlaments aus. In
Kopenhagen ist ein Votum für den 19. November angesetzt. Wenn die USA
auf diplomatischem Weg über die Ergebnisse der beiden Abstimmungen
informiert sind, kann das Abkommen endgültig in Kraft treten.

Was steht in dem Abkommen?

Die Vereinbarung modernisiert und ergänzt ein bereits seit 1951
existierendes Verteidigungs-Abkommen Dänemarks mit den USA. Sie setzt
einen mindestens vorläufigen Schlussstrich unter den Konflikt um die
Arktisinsel, den der US-Präsident angezettelt hatte. Trump hatte in
der Vergangenheit mehrfach mit der Annexion Grönlands gedroht und
sein Vorgehen mit Sicherheitsinteressen begründet. Nach der
Unterzeichnung der Vereinbarung hatten sich alle drei Parteien als
Sieger gefeiert. Aus dänischer und grönländischer Sicht sind die
Zugeständnisse ein geringer Preis. Die Souveränität wird nicht
angetastet. 

Durch ein Abkommen aus dem Jahr 1951 haben die USA ohnehin schon
recht großen militärischen Spielraum auf der Arktisinsel. Aktuell
unterhält das US-Militär dort aber nur noch eine Militärbasis, die
für Raketenabwehr und Radarüberwachung wichtige Pituffik Space Base
im Nordwesten Grönlands. Der Deal erlaubt den Amerikanern, diese zu
modernisieren und ihre Aktivitäten dort zu erweitern. Außerdem sollen
die USA zunächst zwei weitere Verteidigungsstandorte aufbauen
dürfen. 

Was hat Trump davon?

Zudem räumen Dänemark und Grönland den US-Streitkräften große
Bewegungsfreiheit auf der und um die Arktisinsel ein. Dagegen soll
kein Nicht-Nato-Staat ohne die Genehmigung der drei Parteien
Militäranlagen in Grönland errichten dürfen. Auch bei Investitionen
begrenzt der Deal den Einfluss von Staaten - oder Investoren aus
Staaten -, die weder Nato-Mitglieder oder -Partner noch EU-Mitglieder
sind. Das kommt Trumps Wunsch entgegen, Chinas und Russlands Einfluss
in der Region einzuschränken.