Außenhandelspräsident: Trumps Zollpolitik wird fortbestehen

04.11.2026 13:10

Die Republikaner habe eine krachende Niederlage bei den
US-Zwischenwahlen kassiert. Hellen sich damit die Aussichten für
deutsche Unternehmen in Sachen Zöllen auf? Der Exportverband BGA ist
skeptisch.

Berlin (dpa) - Der Außenhandelsverband BGA dämpft Hoffnungen, dass
US-Präsident Donald Trump seine Zollpolitik nach der Niederlage der
Republikaner bei den Midterms ändert. «Für den Außenhandel ändert

sich durch die Ergebnisse der US-Kongresswahlen zunächst nichts»,
sagte BGA-Präsident Dirk Jandura der «Rheinischen Post». Die
Außenhandelspolitik bleibe maßgeblich vom US-Präsidenten geprägt.
«Er
kann hier weiterhin viel freier agieren als in der künftigen
nationalen Politik.»

Trump habe weitreichende Befugnisse. Zudem sei die US-Handelspolitik
der Abschottung kein Projekt der MAGA-Bewegung allein. «Auch viele
Demokraten stehen dem Freihandel skeptisch gegenüber», betonte
Jandura. «Wir müssen damit rechnen, dass Trumps Zollpolitik vorerst
bestehen bleibt - trotz aller negativen Folgen auch für die
amerikanischen Verbraucher.»

Jandura: Deutschland muss selbst handeln

Bei den Zwischenwahlen in den USA haben die Demokraten einen
deutlichen Sieg errungen und die Mehrheit sowohl im Senat als auch im
Repräsentantenhaus erobert. Die Demokraten könnten zwar über den
Kongress Untersuchungen einleiten, den politischen Druck erhöhen und
versuchen, die gesetzlichen Befugnisse des Präsidenten
einzuschränken, erklärte Jandura. «Dafür wären jedoch entsprechen
de
Mehrheiten und gegebenenfalls die Überwindung eines präsidentiellen
Vetos erforderlich»

«Europas Probleme werde nicht in Washington gelöst»

Auch Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger warnte nach den
Kongresswahlen in den USA vor zu viel Euphorie. «Die Amerikaner haben
gewählt, aber Europas Probleme werden nicht in Washington gelöst.
Unsere Wettbewerbsfähigkeit müssen wir schon selbst in die Hand
nehmen», sagte Dulger dem Nachrichtenportal «t-online».

 «Wir wollen mehr Handel, mehr Investitionen und eine enge
Zusammenarbeit», sagte Dulger. «Aber eine Partnerschaft auf Augenhöhe

setzt voraus, dass beide Seiten ökonomisch stark sind. Wer
wirtschaftlich an Gewicht verliert, verliert auch politisch an
Einfluss.» Deshalb müssten Deutschland und Europa ihre Hausaufgaben
machen und Bürokratie massiv abbauen, Unternehmen entlasten,
Investitionen erleichtern und die Wettbewerbsfähigkeit stärken. «Wie

stark Europa künftig ist, entscheiden wir selbst.»