EVG sieht weitere Probleme bei Cargo-Sanierung
04.11.2026 14:16
Die Sanierung von DB Cargo konzentrierte sich bislang auf
Deutschland. Nun muss ein neues Konzept her.
Berlin (dpa) - Bei der Sanierung der kriselnden
Bahn-Güterverkehrstochter DB Cargo gibt es nach Einschätzung der
Eisenbahn- und Verkehrsgesellschaft (EVG) weitere Probleme. Das
Unternehmen habe noch viele Altlasten, sagte die stellvertretende
EVG-Vorsitzende Cosima Ingenschay in Berlin. Man habe sich zu lange
auf die DB Cargo AG konzentriert und nicht die Töchter einbezogen.
In diesem Jahr macht Cargo weiter Verluste und verstößt damit gegen
die Auflage der EU-Kommission, bis Ende 2026 wieder profitabel zu
sein. Grund seien einmalig anfallende Verlustabschreibungen bei einer
zum Verkauf stehenden britischen Tochtergesellschaft, hatte
Cargo-Chef Bernhard Osburg im September gesagt.
Die Kommission hatte dem Konzern einen umfassenden Sanierungskurs
auferlegt, mit dem Ziel, ab 2026 operativ wieder in die Gewinnzone zu
kommen. Da dieses Ziel verfehlt wird, muss Cargo ein neues
Sanierungskonzept vorlegen, über das der Bund mit der EU-Kommission
verhandeln kann. Die Gespräche sollen im November beginnen.
«Knallharte Wettbewerbshüter»
Ulrich Schmidt aus dem Gesamtbetriebsrat von DB Cargo sagte: «Ich
glaube nicht, dass wir Gnade oder Ähnliches von der EU-Kommission
bekommen werden. Das sind knallharte Wettbewerbshüter.»
Cargo-Chef Osburg hatte schon vor einigen Wochen gesagt, dass das
bisher auf Deutschland konzentrierte Sanierungskonzept nun auf das
gesamte europäische Geschäft mit insgesamt 16 Auslandstöchtern
ausgeweitet werden müsse. Er betonte, dass ohne die Abschreibungen
bei der englischen Tochter schon in diesem Jahr die schwarze Null
erreicht worden wäre.
