Millionen-Steuerbetrug mit Luxusautos in EU: 13 Festnahmen

05.11.2026 14:21

Luxusautos importieren, weiterverkaufen - und die Umsatzsteuer
behalten: So sollen Kriminelle Millionen erschlichen haben. Welche
Rolle sollen Unternehmen in Berlin gespielt haben?

Luxemburg (dpa) - Wegen mutmaßlichen Steuerbetrugs mit Luxusautos in
Millionenhöhe hat es Festnahmen, Durchsuchungen und Beschlagnahmungen
in Deutschland und vier weiteren EU-Ländern gegeben. 13 Menschen
seien in Deutschland und Österreich festgenommen worden, teilte die
Europäische Staatsanwaltschaft (EUStA) in Luxemburg mit. Es werde
gegen mehr als 50 Verdächtige ermittelt. Die Behörde geht davon aus,
dass durch die Betrugsmasche ein Schaden in Höhe von schätzungsweise
100 Millionen Euro verursacht wurde.

Bei den Durchsuchungen am Mittwoch in Österreich, Kroatien,
Tschechien, Deutschland und Polen seien mehr als 900 Einsatzkräfte
beteiligt gewesen, hieß es. Behörden aus Frankfurt, Baden-Württemberg

und Berlin wirkten demnach an den Aktionen mit. Bankkonten seien
gesperrt sowie Dutzende Fahrzeuge, Bargeld, Kryptowerte, eine
Schusswaffe und Luxusuhren sichergestellt worden. In Berlin wurden
laut Mitteilung zwei Immobilien beschlagnahmt, darunter ein Objekt,
in dem sich ein Hostel befindet.

Umsatzsteuer nicht abgeführt

In dem Fall sollen sieben Menschen - darunter zwei Steuerberater -
seit mindestens zehn Jahren über ein ausgeklügeltes System,
sogenannten Karussellbetrug, EU-Vorschriften ausgenutzt haben, wonach
grenzüberschreitender Handel zwischen EU-Mitgliedstaaten von der
Mehrwertsteuer befreit ist.

Konkret sollen Unternehmen in Berlin Luxusautos importiert und
hierfür den Nettopreis ohne Umsatzsteuer gezahlt haben. Über ein
Geflecht aus Unternehmen und teils grenzüberschreitenden Verkäufen
soll das kriminelle Netzwerk an einer Stelle die Zahlung von Steuern
vermieden und sie sich an anderer Stelle erstatten lassen haben.

Die Europäische Staatsanwaltschaft (auf Englisch: Eppo) ist die
unabhängige Staatsanwaltschaft der Europäischen Union. Sie ist
verantwortlich für die Verfolgung von Straftaten gegen die
finanziellen Interessen der EU und befasst sich unter anderem mit
Fällen von Steuerbetrug, Geldwäsche, Zollbetrug oder Veruntreuung von
EU-Mitteln.