Mehr als halbe Milliarde Euro für Chips aus Europa
05.11.2026 18:14
Mikrochips stecken in Smartphones, Computern und Autos. Doch Europas
Anteil an der weltweiten Fertigung ist gering. Das will die EU
zusammen mit Partnern ändern.
Brüssel (dpa) - Die EU will mit mehreren hundert Millionen Euro neue
Unternehmen in der europäischen Chipindustrie fördern. Insgesamt
sollen 525 Millionen Euro investiert werden, um vor allem jungen
Unternehmen Zugang zu teurer Software, Beratung und
Produktionskapazitäten zu verschaffen, wie die Europäische Kommission
mitteilte.
Die EU will damit vor allem Europas schwache Stellung bei der
Schlüsseltechnologie verbessern und bei der Produktion von Chips zu
China sowie den USA aufholen. Europäische Firmen kommen beim
Chipdesign nach Angaben der Kommission derzeit auf weniger als ein
Prozent der weltweiten Umsätze.
Die EU-Kommission hatte ursprünglich das Ziel ausgeben, ihren Anteil
an der weltweiten Halbleiterfertigung bis 2030 auf 20 Prozent zu
steigern. Derzeit liegt der Anteil laut Brüsseler Behörde bei rund 10
Prozent.
Zuschüsse von bis zu 100.000 Euro
Um das Ziel zu erreichen, arbeitet die Europäische Union auch mit
Nicht-EU-Staaten zusammen. Neben 285 Millionen aus dem EU-Haushalt
werden weitere 240 Millionen Euro von Staaten bereitgestellt, die
sich am europäischen Chipprogramm beteiligen. Dazu gehören neben
mehreren EU-Ländern etwa Israel, die Türkei oder das Vereinigte
Königreich. Deutschland ist dagegen nicht dabei.
Start-ups können sich über das Programm auch direkt um Geld bewerben.
Für erste Prototypen sind Zuschüsse von bis zu 100.000 Euro
vorgesehen. Firmen, die mit ihrer Entwicklung schon weiter sind,
können Förderungen von bis zu 16 Millionen Euro beantragen.
Mikroelektronik gilt als Schlüsseltechnologie. Mikrochips werden
unter anderem aus Halbleitermaterial, insbesondere Silizium,
hergestellt und in nahezu allen modernen Gegenständen gebraucht -
etwa in Smartphones, Computern und Autos.
