Auch Laschet fordert EU-Unterhändler für Ukraine-Gespräche

07.11.2026 14:23

Armin Laschet unterstützt Giorgia Melonis Ruf nach einer gemeinsamen
europäischen Stimme in den Ukraine-Verhandlungen. Wer für die EU
sprechen soll, ist allerdings noch offen.

Mailand/Rom (dpa) - Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im
Bundestag, Armin Laschet (CDU), hat sich der Forderung der
italienischen Regierungschefin Giorgia Meloni nach einer
einheitlichen Stimme Europas in den Ukraine-Verhandlungen
angeschlossen. «Der Vorschlag von Ministerpräsidentin Meloni ist sehr
wichtig. Und er zeigt die ganze Unklarheit und Zersplitterung der
europäischen Außenpolitik», sagte Laschet der in Mailand
erscheinenden italienischen Zeitung «Corriere de la Sera». 

Meloni hatte sich mit ihrem Vorschlag in einem Brief an
EU-Ratspräsident António Costa gewandt. «Was ich weiterhin fordere,
ist, dass ein für alle Mal entschieden wird, wer am Verhandlungstisch
im Namen der Europäischen Union sitzt und mit welchem Mandat»,
schrieb Meloni.

Die italienische Regierungschefin hatte in ihrem Schreiben erklärt,
ein «uneinheitliches Vorgehen mit Initiativen, die sich gegenseitig
jagen und überschneiden», werde Europa «weder bei unseren Partnern
helfen noch bei jenen, die wir davon überzeugen müssen, eine sinnlose
Aggression zu beenden». Laschet pflichtete ihr bei. 

US-Geschäftsleute sprechen in Moskau über Zukunft Europas

«Ich hoffe, dass der Vorschlag von Frau Meloni aufgegriffen wird,
dass man einen europäischen Beauftragten ernennt, der dann auch
autorisiert ist, für die Europäische Union mit der Ukraine und mit
Russland zu reden.» Bisher unterhalte jedes EU-Mitglied seine eigenen
diplomatischen Kontakte, während «Herr Witkoff und Herr Kushner als
amerikanische Geschäftsleute über die Zukunft Europas in Moskau
reden», klagte Laschet.

Zur Frage, wer für die Europäer sprechen solle, hielt sich Laschet
bedeckt. «Da will ich gar keine Namensvorschläge machen. Das kann
auch eine Person sein, die im Moment nicht zu den Aktiven gehört und
die man beauftragt», sagte er der Zeitung. Die Entscheidung müsse
aber auf jeden Fall im Europäischen Rat unter Führung von Costa am
17. und 18. Dezember getroffen werden.

Laschet forderte Estland, Lettland und Litauen auf, sich in dieser
Frage zu bewegen. «Die Balten haben bisher immer alle Gespräche
abgelehnt», kritisierte er. Die baltischen Staaten und auch Polen
stehen einer einheitlichen Verhandlungsführung, die ihre
Sicherheitsinteressen außer Acht lassen könnte, jedoch skeptischer
gegenüber. Sie fürchten, dass die westeuropäischen Staaten über die

Köpfe der direkt an Russland grenzenden Länder hinweg einen für
Moskau zu positiven Kompromiss aushandeln könnten.